Notizen 156

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Ist Genmais gefährlich?

Nun ist es so weit: Bayer hat Monsanto geschluckt, es wird bald viel mehr genmanipulierte Pflanzen auf unseren Äckern geben. Welche Folgen wird das haben?

Vor einiger Zeit machte eine Meldung Furore: Französische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass genetisch veränderter Mais der Firma Monsanto bei Ratten vermehrt zu Tumoren und frühem Tod führt. Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault will den Anbau von Genmais europaweit verbieten.
Die betroffene Firma Monsanto - jetzt also Bayer - protestierte erwartungsgemäß sofort und bezeichnete die Studie als unwissenschaftlich. So sehr man die Firma hassen mag: Sie hat in diesem Fall recht. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen genetisch verändertem Mais und einem Pflanzengift wie Glyphosat. Gilles-Eric Séralini von der Universität in Caen (Frankreich) fütterte Ratten zwei Jahre lang mit Genmais (der vermutlich harmlos ist) und dem Pflanzenschutzmittel "Roundup", einem ausgewiesenen Gift, dessen Hauptbestandteil eben jenes umstrittene Pflanzengift Glyphosat ist. Das Ergebnis war voraussehbar, denn Pflanzengifte gehören nicht zur Standardnahrung von Ratten. Also wurden sie krank und starben frühzeitig. Die Studie sagt daher nichts über genetisch veränderte Nahrungsmittel. Sind die eigentlich von Natur aus gefährlich?
Praktisch alle unsere pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel stammen aus jahrhunderte- bis jahrtausendelangen Züchtungen. Jede Züchtung verändert Gene. Im Unterschied dazu geschieht die gentechnische Manipulation nicht durch Zufallsmutation und gezielte Auslese, sondern durch direkten Eingriff in die Gene. Aber ob so oder so, ist letztenendes belanglos. Also Entwarnung? Leider nein. Das Problem liegt nicht in der genetischen Manipulation, sondern in der Firma, die diese Manipulation betreibt, in diesem Fall also Bayer-Monsanto.
Die hat sich nämlich auf Gifte spezialisiert. Erst produzierte sie (im Auftrag der amerikanischen Regierung) DDT, dann PCB, dann (wieder im Auftrag der amerikanischen Regierung) "Agent Orange", ein übles Gift für Bäume und Menschen, mit welchem der Wald in Vietnam "entlaubt" wurde. Als der Krieg zu Ende war, suchte die Firma nach neuen Möglichkeiten und erzeugte unter anderem das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup". Aber dann kam Monsanto auf eine geniale Idee zur Ankurbelung des Umsatzes: Die Firma stieg in die Gentechnik ein und produzierte resistente Nutzpflanzen.
Doch die Pflanzen waren nicht etwa gegen ihre natürlichen Feinde resistent, sondern ausschließlich gegen das Monsantogift "Roundup"! So mussten Bauern in Entwicklungsländern nicht nur das Monsanto-Saatgut kaufen, sondern auch noch das Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel, denn die bösen Würmer waren ja immer noch da und nagten am Mais. Und das wird auf Dauer so teuer, dass sich nur noch große Agrarfarmen eine derartige Agrarwirtschaft leisten können - mit fatalen Folgen für Umwelt und Menschen, besonders in Entwicklungsländern, deren Bewohner hauptsächlich als Kleinbauern leben und produzieren.
Jetzt wird auch die seltsame Verquickung der Studie klar: Monsanto-Mais wird mit "Roundup" gespritzt. Verfüttert man ihn an Ratten, fressen die auch automatisch das Gift. Der Mais an sich ist unschädlich, die Politik, die mit ihm betrieben wird, höchst gefährlich. Denn der Anbau von Pföanzen, die mit
Die Firma selbst juckt das nicht. Sie betreibt Politik genauso wie Goldman-Sachs: Politiker werden nicht beeinflusst, sondern gleich gestellt. Monsanto schickte seine Leute ins amerikanische Landwirtschafts- und Umweltministerium, mit absehbaren Konsequenzen für die Gesetzgebung. Auch in Deutschland hatten sie Erfolg - bis sich ein Land wehrte und die Bemühungen der agilen Firma zunichte machte. Ja, auch aus Bayern kommt manchmal Gutes, Seehofer sei Dank. Aber nicht mehr lange, denn jetzt geht es um den "Produktionsstandpunkt Deutschland". Und zur Erhaltung von Arbeitsplätzen - nicht zur Erhaltung der Landwirtschaft! - brauchen wir Pflanzengifte. Ob die Bienen dabei sterben und zuletzt auch wir, die Firma kümmert's nicht. Und dank guter Lobby-Arbeit auch nicht die Politiker. Und schon gar nicht eine Firma wie Bayer, die zur größten aufsteigen will oder glaubt, nur dann überleben zu können.
Dieser Beitrag erschien bereits in kürzerer Form auf Seniorbook. Leider hat er nichts von seiner Aktualität verloren.

-Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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