Notizen 155

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Burka/Nikab - ja oder nein?

Der Streit um die Ganzkörperverhüllung wird zunehmend Aspekt diverser Wahlkämpfe. Dabei ist das Problem inzwischen gelöst - von muslimischer Seite.

Kleidervorschriften gab es zu allen Zeiten, und oft traf es Frauen. So durften früher Jungfrauen (also Nichtverheiratete) ihr Haar offen tragen, Verheiratete dagegen mussten ihr Haar "unter die Haube" legen. Als Witwen duften sie die Haube abnehmen, nicht aber das Band, welches das Haar zusammen hielt. Frauen durften keine Hosen tragen, und Männer hatten beim Baden so eine Art "Burkino", also eine Ganzkörper-Verhüllungs-Textilie. Selbst heute, im Zeitalter der Freizügigkeit, wird an manchen Schulen den Mädchen das Tragen allzu kurzer kurzer Hosen ("Hot Pants") verboten. Begründung: Die Jungs werden durch den Anblick zu sehr abgelenkt. Eine Begründung, die ziemlich ähnlich klingt wie die strenggläubiger Muslime, die den Frauen gebieten, ihren Körper nicht zu zeigen, weil die Männer dann zu wenig auf den Straßenverkehr achten und zu sehr an einen anderen Verkehr denken. Man sieht: Wir sind auch nicht viel besser.
Die Verhüllung des Gesichts stößt allerdings an die Grenzen westlicher Toleranz, obwohl vollverschleierte Frauen fast ausschließlich als Begleiterinnen einkaufswilliger und -fähiger Araber auftreten. Doch das Problem ist grundsätzlicher Natur: Wieviel Fremdes dürfen/können wir zulassen? Wie sehr sollen/müssen sich Gäste in unserem Land den Gepflogenheiten des Gastlandes anpassen? Immerhin, in Italien ist es nicht erlaubt, eine Kirche im Bikini zu betreten, und jeder, der sein Gastland respektiert, wird dies auch berücksichtigen. Von den Einschränkungen in einem strenggläubigen muslimischen Land ganz zu schweigen. Wodurch sich die Frage stellt: Warum verhüllen sich manche Frauen (meist Konvertitinnen) freiwillig?
Im SPIEGEL gab es ein Interview mit einer Nikab-verhüllten Deutschen muslimischen Glaubens. Sie sagte, sie wolle nicht als Frau wahrgenommen werden, sondern als Mensch. Da kann man natürlich fragen, warum sie sich dann trotzdem schminkt (was sie offenbar tut), und warum sie den weisen Ratschluss ihres obersten Gottes nicht respektiert, der dafür gesorgt hat, dass in ihrem Körper in jeder Zelle zwei X-Chromosomen vorhanden sind, sie also als Frau geboren wurde? Sie beklagte dann, es würde ihr als Frau zu wenig Respekt entgegen gebracht. Das ist ein Argument. Doch könnte man hier einwenden: Anstatt bis zum Obersten Gerichtshof Europas vorzugehen, um die Gesichtsverhüllung juristisch durchzusetzen, könnten diese Frauen ja auch ihre unerschöpflichen diesbezüglichen Energien dafür einsetzen, dass die Menschen ganz allgemein einander mit mehr Respekt begegnen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Rasse, Religion oder Staatsangehörigkeit. Dann wäre allen geholfen.
Ein anderer Aspekt der Ablehnung dieser Art von Bekleidung liegt in unserer Gewohnheit, beim direkten Kommunizieren miteinander (also ohne Handy) das Gesicht des Gegenübers sehen zu wollen. Einige Leserbriefe zu obigem Interview aus dem SPIEGEL 37 vom 10.09.2016 bezeugen dies:
Monika B. hat das Recht, sich zu kleiden, wie sie will. Andrerseits ist menschliche Kommunikation ein Gesamtpaket aus Sprache, Mimik und Gestik. Wenn mir also ein Gegenüber eines dieser Teile des Gesamtpakets verweigert, so negiert er mich als Kommunikationspartner. Wer sich vermummen will, der mag das ruhig tun, aber ich möchte mit diesen Kommunikationskrüppeln nichts zu tun haben.
Und:
Frau B. freut sich, wenn jemand auf der Straße sie anlächelt. Es ist schön, wenn so ein Lächeln erwidert wird. Unter der Vollverschleierung bleibt es leider unsichtbar.
Armin Rohe, Professor der Rechtswissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Islam-Experte, meint dazu in einem Interview:
Burka und Nikab sind katastrophale Kleidungsstücke, die gegen die Konventionen unseres Zusammenlebens verstoßen. Es steckt ein schreckliches Geschlechterbild dahinter: Nicht nur, dass die Frau sich verbergen muss und dem Mann gehört, auch, dass der Mann nicht mehr an sich halten kann, sobald er eine Frau sieht.
Im Übrigen hat die Gesichtsverschleierung mit dem Islam nichts zu tun, denn, so Professor Rohe:
Es leben sehr viele Iraner hier, die auch Muslime sind, aber [die sind] überhaupt keine Problemgruppe.
Der Streit ist inzwischen ohnedies überflüssig. Denn eine Fatwa - ein religiöses Rechtsgutachten - des Großscheichs der Kairoer Universität und Al-Azhar-Moschee hat ergeben: Das Tragen von Gesichtsschleiern ist muslimnischen Frauen aus religiösen Gründen verboten. Mohammed Sayed al-Tantawi, die höchste theologische Autorität im sunnitischen Islam, begründet dies mit dem Koran: Dort steht, nur die Frauen Mohammeds hatten das Recht, ihr Gesicht vor dem gemeinen Volk zu verbergen. Tut dies auch eine Frau, die nicht dem Propheten untertan war, dann maßt sie sich eine Stellung an, die ihr nicht zusteht. Allenfalls langjährige Traditionen bestimmter Länder könnten das Tragen von Gesichtsschleiern rechtfertigen. Mit anderen Worten: Saudi-Arabien - ja, bis auf weiteres. Deutschland und andere westliche Länder: nein, für immer!

-Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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