Notizen 153

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Wie psychopathisch sind unsere Politiker?

In einem früheren Beitrag habe ich gefragt "Werden wir von Psychopathen regiert?"
Jetzt hat eine wissenschaftliche Studie "berechnet", wie psychopathisch manche Persönlichkeiten sind. Aussuchen können wir uns unsere Führer deswegen immer noch nicht.

Wikipedia bezeichnet Psychopathie als "eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos."
Erinnert das vielleicht an einen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten? Jedenfalls gibt es in den USA inzwischen einen Test, das "Psychopathic Personality Inventory (PPI-R)", in dem durch Beantwortung vieler Fragen psychopathische Eigenschaften herauskristallisiert werden sollen. Insbesondere acht Eigenschaften sollen einen Psychopathen charakterisieren. Sie werden in drei Gruppen zusammengefasst. Die Eigenschaften der ersten Gruppe sind eher positiv; jeder erfolgreiche Mensch braucht sie. Zusammengefast werden sie unter "furchtlose Dominanz". Dazu gehören Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein, Wohlbefinden, Sozialkompetenz, Furchtlosigkeit, Stress-Resistenz. Negativ auswirken können sich Selbstliebe, Vorliebe für riskantes Verhalten sowie der Wunsch, andere zu beeinflussen oder gar zu verführen.
Die Eigenschaften der zweiten Gruppe, zusammengefasst unter "ich-zentrierte Impulsivität", sind schon weniger anziehend. Dazu gehören Impulsivität, Aggressivität, Medikamenten- und Genussmittel-Missbrauch (auf Deutsch: säuft zu viel), Mangel an Mitgefühl, antisoziales Verhalten sowie, besonders übel, die Unfähigkeit, Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen, denn Schuld haben immer die anderen. Das eigene Verhalten wird rationalisiert (irgendwie begründet). So übel das alles klingt, solche Eigenschaften können für Reformer oder Rebellen sehr wichtig sein.
Die dritte Gruppe umfasst nur eine einzige Eigenschaft: Kaltherzigkeit, das ist der Mangel an Gefühlen, Mitleidlosigkeit, Rücksichtslosigkeit. Auch diese Eigenschaft kann sich unter Umständen positiv auswirken, vorausgesetzt, sie besteht nur vorübergehend. Beispielswiese können Notfallärzte auf die Gefühle ihrer Patienten keine Rücksicht nehmen, wenn sie deren Leben retten wollen.
Der Psychologe Kevin Dutton von der Oxford University hat lebende und verstorbene (ordern nie gelebt habende) Politiker unter die Lupe genommen und versucht, sie mit Hilfe politischer Journalisten sowie von Historikern zu bewerten. So ganz objektiv wird diese Bewertung wohl nicht sein. In der abendländischen Kultur ist das Bild von Jesus sicherlich positiver als zu seiner Zeit, das Bild von Hitler wäre möglicherweise auch positiver, wenn er den Krieg gewonnen hätte. Jedenfalls habe ich die Tabelle aus dem "Scientific American" abgeschrieben und nach verschiedenen Werten geordnet. Hier ist sie nur einmal, in alphabetischer Ordnung der Persönlichkeiten:
Name furchtlose Dominanz ich-zentrierte Impulsivität Kaltherzigkeit
Clinton (Hillary)                57 76 19
Gandhi                                56 50 13
Heinrich VIII                      67 89 22
Hitler                                  51 91 27
Idi Amin                             76 73 27
Jesus                                   67 81   9
Lincoln                               67 39 17
Napoleon                            58 75 20
Nero                                    62 72 17
Paulus                                 72 70 15
Saddam Hussein                 79 84 26
Sanders (Bernie)                 54 60 15
Thatcher                              61 61 14
Trump (Donald)                  68 81 22

Erstaunlich: Adolf Hitler hat den höchsten Wert bei "ich-zentrierte Impulsivität" und bei Kaltherzigkeit, aber den niedrigsten bei "furchtlose Dominanz". Anscheinend war er weniger selbstbewusst und sozial kompetent als es schien. Den geringsten Wert in der Kategorie "Kaltherzigkeit" besitzt nach dieser Tabelle Jesus. Er hatte von den beurteilten Persönlichkeiten das meiste Mitgefühl. Jesus hat allerdings auch niemand in den Krieg schicken müssen. Ähnliches gilt für Gandhi. Weitere Besonderheiten mag der Leser, so Interesse vorhanden, selber heraussuchen.
Ob wir, wie manche meinen, Psychopathen wirklich in Politik und Wirtschaft brauchen, sei dahin gestellt. In unserer Kultur setzen sie sich durch, doch ein paar dieser Eigenschaften können auch im Alltag nützlich sein.

-Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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