Notizen 148

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Vom Segen der Klarträume

Amokläufer, Terroristen, Diktatoren - die Welt ist schlecht. Zur Entspannung mal was Persönliches.

Ein luzider oder Klartraum ist laut Wikipedia "ein Traum, in dem sich der Träumende seines Traumes bewusst ist." Angeblich kann das jeder, mit vielen Vorteilen. Sogar die seriöse Serie "Planet Wissen" der dritten ARD-Programme hat diesem Phänomen eine Sendung gewidmet.
"Du musst endlich anfangen, luzide zu träumen" ermahnte mich meine Tochter eines Tages, "dann hast du die Welt im Griff." Klang verlockend, vor allem, weil ich nie meine, die Welt im Griff zu haben, weder im Traum noch im Wachen. Ich sollte also ein Oneironaut werden. Und wie geht das? Grundvoraussetzung - laut Erfahrung der oben erwähnten Fachperson - ist als erstes die Erkenntnis zu träumen. Und das geht ganz einfach: Du musst dir im Traum nur die Frage stellen: Ist das, was soeben geschieht, vernünftig oder absurd? Im letzteren Fall träumst du.
Nichts leichter als das. Ich nahm mir also vor, im nächsten Traum diese Frage zu stellen, und tatsächlich, es klappte. Ich träumte - na, sagen wir: Ich erlebte - , dass ich mein Handy auf einem Wirtshaustisch liegen gelassen und dafür ein anderes mitgenommen hatte. Eine Verwechslung der üblen Art, und ich wusste sogar, wer mein Handy hatte: eine Chinesin. Offenbar hatte ich das irgendwie beobachtet. Naturgemäß besaß sie dann das meine. Bis dahin war nichts absurd. Nun wusste ich aus einem Batman-Comic, dass man im Traum keine Schriften lesen kann. Woran man sieht, dass Comics nicht nur lehrreich sein können, sondern sogar das Überleben sichern. Also schaute ich auf das Handy in meinen Händen, und tatsächlich, ich konnte nichts entziffern. Es kam mir alles irgendwie chinesisch vor. Zeichen für einen Traum? Nicht unbedingt. Schließlich, wenn das Gerät einer Chinesin gehört ... Und so irrte ich durch die Menschenmassen, und tatsächlich: Ich fand sie. Aber dann wachte ich auf. Eigentlich hätte ich in der Schlussphase meines Traums erkennen müssen, dass ich träume, denn die Chinesin sah überhaupt nicht chinesisch aus. Obwohl, heutzutage, bei dieser durchrassten, pardon: genetisch durchmischten globalen Gesellschaft ...
Zweiter Versuch. Ich hatte wieder mal den üblichen Alptraum: Ich musste dringend aufs Klo und fand keine Möglichkeit. Das passiert mir im Wachen oft genug, im Traum leider auch. Als ich dann endlich eine passende Gelegenheit fand - ein verstaubtes, offenbar seit Jahrzehnten unbenutztes Pissoir - wunderte ich mich über die Farbe meines Abgangs: Er leuchtete grellgelb in Neonfarben. Glücklicherweise wachte ich schnell auf, wer weiß, was sonst noch passiert wäre. Genau gesagt, weiß ich's schon. Aber war die Sache tatsächlich so absurd, dass sie als eindeutiges Traumkriterium dienen konnte? Immerhin, ich hatte vorher viel Cola getrunken, das enthält Phosphorsäure, und Phosphor leuchtet bekanntlich im Dunkeln. Außerdem hatte ich beim Chinesen einen Mangosaft zu mir genommen. Wo die Mango gepflückt wurde, weiß ich nicht. Hätte ja ein Baum in der Nähe von Tschernobyl gewesen sein können. Dort strahlt bekanntlich alles, also auch die Flüssigkeiten, die von den dort wachsenden Früchten ausgepresst werden, mithin auch die Flüssigkeiten, die jene Flüssigkeiten enthalten. Wieder nichts.
Dritter Versuch. Ich lag auf dem Bett in einem schäbigen Hotel und wusste, ich müsste eigentlich packen, mein Flugzeug ging in einer Stunde, ich würde es sicher versäumen. Doch ich fand meine Sachen nicht, und als ich sie fand, passten sie nicht in den Koffer, und als ich ... Also, die Situation war so absurd, dass ich wusste: Das muss ein Traum sein. So sehnte ich mich danach, endlich aufzuwachen, und tatsächlich: Endlich wachte ich auf, der Alptraum war vorbei. Und so sah die Wirklichkeit aus: Ich fand mich in einem schäbigen Hotel, der Koffer ging nicht zu, die Abfahrtszeit des Flugzeugs rückte näher, und ich wusste nicht einmal ... War das jetzt noch ein Traum oder hatte ich endlich die Stufe der Realität erreicht? Ich wünschte mir sehnlichst, ich würde wieder träumen ...

 Traum oder Wirklichkeit? Quelle: Don Martin/MAD 

-Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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