Notizen 135

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Das schreckliche Buch

Die Schonfrist ist abgelaufen, das Buch darf erscheinen: "Mein Kampf", die Bibel der Nationalsozialisten. Soll es jeder unbedarft lesen dürfen oder braucht es eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe?

Der immer noch hochangesehene Philosoph Martin Heidegger hatte das Buch seinem Bruder wärmstens empfohlen, also sollten wir uns auch damit befassen. Ich hatte nur ein einziges Mal das Vergnügen (ja, Vergnügen!) der Bekanntschaft mit diesem Werk. Der geniale Wiener Kabarettist Helmut Qualtinger hielt eine öffentliche Lesung aus "Mein Kampf", und die hörte ich mir an. Wegen Qualtinger, den ich verehrte, nicht wegen des Autors, dessen geistige Ergüsse mich nicht interessierten. Qualtinger machte aus dem Buch keine Parodie, das war nicht nötig. Er las mit normaler Stimme vor (meistens), er machte Hitlers Kreischen nicht nach. Dennoch: Was Qualtinger da der Öffentlichkeit präsentierte, war so grotesk, dass man nur staunen oder lachen konnte. Wer so etwas damals ernst nahm oder heute ernst nimmt, entspricht genau dem, was Hitler von seinem Leser erwartete:
Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen nach der Aufnahmefähigkeit des beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt.
Das gilt auch für den Verfasser, wie er selbst bekennt:
Ich las damals [in Wien] unendlich viel. In wenigen Jahren schuf ich mir die Grundlage eines Wissens, von dem ich auch heute noch zehre. Ich habe zu dem, was ich mir so einst schuf, nur wenig hinzulernen müssen; zu ändern brauchte ich nichts.
Die Wirkung des Buchs dieses (nach eigener Eischätzung) frühreifen Autors zu seiner Zeit wird maßlos überschätzt. Zwar hat er darin all seine Ideen und Pläne niedergelegt (und später leider auch verwirklicht), doch der Grund für seine Kanzlerschaft war ein anderer (siehe dazu

Kommt in Europa bald ein neuer Führer?)

Hitler kam nicht durch seine Weltanschauung an die Macht, aber als er die Macht errungen hatte, verwirklichte er seine Weltanschauung. Sein Buch ist in einer Sprache verfasst, die man nur als schwülstig bezeichnen kann und die auch damals schon nicht mehr zeitgemäß war. Und seine Ideen? Hier ein paar Auszüge, als Transkription von Qualtingers Lesung. Erst mal zu seinem Lieblingsthema, der Rassenreinheit:
Jedes Tier paart sich nur mit einem Genossen der gleichen Art. Meise geht zur Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus, der Wolf zur Wölfin, usw. Das ist nur zu natürlich.
Übersetzung ins Neudeutsche: Ey Alter, Hühnerfikken: nee!
Tiere bewahren stets ihren rassereinen Charakter:
Die Folge dieses in der Natur allzu natürlichen Triebes zur Rassenreinheit ist nicht nur die scharfe Abgrenzung der einzelnen Rassen nach außen, sondern auch ihre gleichmäßige Wesensart in sich selber. Der Fuchs ist immer ein Fuchs, die Gans eine Gans, der Tiger ein Tiger, usw. Es wird aber nie ein Fuchs zu finden sein, der seiner inneren Gesinnung nach etwa humane Anwandlungen Gänsen gegenüber haben könnte. Wie es ebensowenig eine Katze gibt mit freundlicher Zuneigung zu Mäusen.
Hitler kannte allerdings nicht die Zeichentrickfilmserie "Tom und Jerry". Hätte es die damals schon gegeben, hätte sie ihm sicher gefallen, von wegen Kampf ums Dasein und so. Im Ernst: Der Führer sah gerne heimlich Mickymausfilme!
Jetzt zur Rassereinheit für das deutsche Volk:
Wenn die nationalsozialistische Bewegung wirklich etwas für die Ewigkeit leisten will, muss sie sich bewusst sein, dass wir als Wahrer des höchsten Menschentums auf dieser Erde auch eine Verpflichtung haben, [die darin besteht], dass das deutsche Volk rassisch zur Besinnung gelangt und sich außer der Zucht von Hunden, Pferden und Katzen auch des eigenen Blutes erbarmt.
Denn überall lauert der Jude:
Der schlagfertige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blute schändet.
Den Holocaust hat er auch schon angedeutet:
Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Kriegs einmal 12.000 oder 15.000 dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten wie hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und Berufen es im Felde erdulden mussten, dann wäre das Millionenopfer der Front nicht vergeblich gewesen. Im Gegenteil: 12.000 Schurken, zur rechten Zeit beseitigt, hätten vielleicht eine Million ordentlicher, für die Zukunft wertvoller Deutscher das Leben gerettet.
Zum Schluss mein Lieblingszitat, so schön bildhaft:
Kein Volk entfernt die Faust an seiner Gurgel anders als durch das Schwert.
Aha!

-Peter Ripota-

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Seniorbook.de. Alle Zitate stammen von einer (leider nicht mehr verfügbaren) Aufzeichnung einer öffentlichen Veranstaltung mit Helmuth Qualtinger.

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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