Notizen 133

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Was ist mit Angela Merkel los?

Die deutsche Bundeskanzlerin erschien immer als Musterbeispiel eines rational geprägten, kühl entscheidenden, eher emotionslosen Politikers. Und jetzt auf einmal diese Gefühlsausbrüche, das scheinbar irrationale Verhalten anlässlich der Flüchtlingsmenge, die nach Deutschland strömt. Oder wie sie sich im Falle "Böhmermann" verhält. Wie kam es zu diesem plötzlichen Wandel der Persönlichkeit?

Karikatur: Titelbild des SPIEGEL vom 2.4.2016
 

Was ist neu an Frau Merkel?

Merkel handelte ganz anders, als wir es von ihr gewohnt sind. Aber heißt das auch, sei hätte sich grundlegend gewandelt? Könnte es sein, dass Angela Merkel so handelt wie immer? Aber wie hat sie denn bisher gehandelt? Auch ihre Gegner bescheinigen ihr eine gute Politik, was auch, besser gesagt: in erster Linie bedeutet: eine Politik für ihr Land. Doch im Fall der Asylantenflut scheint das nicht zuzutreffen, denn ob Deutschland so viele Neuankömmlinge aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen wirklich integrieren kann, daran bestehen erhebliche Zweifel. Und die Sache mit der Türkei ... Wie sinnvoll das für Deutschland oder Europa sein wird, muss die Zukunft zeigen. So wird Frau Merkel vorgeworfen, die Interessen ihres Landes zu verraten und dieses bewusst in eine schwierige, vielleicht sogar gefährliche Situation zu manövrieren, aus der die Türkei wieder heraushelfen soll.
Ein Politiker sollte über das Tagesgeschehen hinausblicken und nicht nur Geld, Jobs und Wohnungen im Auge haben. Es gibt darüberhinaus unfassbare Werte, die für ein Land viel wichtiger sein können als ein ausgeglichener Haushalt. Dazu zählt das Ansehen eines Landes. Schon während der Griechenlandkrise merkte Merkel, dass es hier erhebliche Probleme gibt. Die Griechen verglichen sie schamlos mit Hitler, die anderen sahen zu und warteten darauf, den hässlichen Deutschen wieder mal mit Füßen treten zu dürfen. Deutschlands Ansehen leidet noch immer an den Verbrechen der Nazis. Merkel wollte damit offenbar Schluss machen.

Was nützt das Deutschland?

Mit der Geste: Seid willkommen, ihr Verfolgten, hat sie genau das erreicht. Plötzlich stand Deutschland moralisch hochstehend da, andere Länder könnten sich schämen, und die Amerikaner, auch immer auf ihr Ansehen bedacht, haben die Geste der Frau Merkel sofort anerkannt und gewürdigt. Die Atomkraft hat sie auch abgeschafft, und auch da hat sie keineswegs emotional gehandelt, sondern, wie immer, kühl kalkulierend. Dass ihr Herz diesmal dabei war, umso besser.

Beleidigte Massenmörder

Und jetzt? Hat sich Merkel mit dem Teufel verbündet, dessen Namen ich nicht nennen darf, weil ich sonst auch ein Strafverfahren kriege? Erstaunlich, wem bisher bezüglich des Paragraphs der "Majestätsbeleidung" stattgegeben wurde: Der Schah von Persien fühlte sich beleidigt, jener Herrscher, der mit Geheimdienst, Folter und Unterdrückung regierte, bis es seinem Volk zuviel wurde. Oder Pinochet, einer der größten und zynischsten Massenmörder des 20. Jahrhunderts. Und jetzt: kein Kommentar. Dabei war das Gesetz 1871 eingeführt worden, um ausländische Monarchen zu schützen, nicht etwa gewöhnliche Staatsoberhäupter!
Wohin das führen wird, wissen wir nicht. Dem möglichen materiellen Nachteil so vieler Flüchtlinge stand bisher der große Vorteil eines verbesserten Ansehens von Merkel und ihrem Land in aller Welt gegenüber. Das ist jetzt vorbei. Wie es weitergeht, darüber kann nur spekuliert werden. Zwei extrem Wege sind möglich: (a) Die Freiheit von Kunst, Presse, Forschung und Meinungsäußerung wird langsam in Deutschland durch Einschüchterung und Gerichtsverfahren so eingeschränkt, dass das Land nach zehn Jahren vom Bündnispartner Türkei in dieser Hinsicht kaum mehr unterscheidbar ist. Oder (b): Das Ansehen des so schrecklich Beleidigten nimmt durch derartige Aktionen immer mehr ab, die Medien solidarisieren sich mit den Satirikern, die deutsche Demokratie geht aus diesem Vorgang verstärkt hervor, wie damals, als der bayerische Atomminister ein großes Nachrichtenmagazin vernichten wollte. Der Schuss ging nach hinten los. Hoffen wir, dass der wahre Weg eher bei (b) liegt!

 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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