Notizen 128

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Der Kampf der Kulturen

1993 deklarierte der amerikanische Politologe Samuel P. Huntington den "Kampf der Kulturen", der sich hauptsächlich zwischen dem christlichen Abendland und dem Islam abspielen würde. Die jüngsten Ereignisse in Paris und Köln scheinen ihm Recht zu geben. Oder ist alles ganz anders?  Den ganzen Beitrag finden Sie hier.

 

Welche Religion?

Immer mehr Attentäter berufen sich auf ihre jeweilige Religion, und das ist keineswegs nur der Islam. Muss Religion zwangsläufig mit Gewalt zu tun haben? Wenn nein, welche Religion soll ich dann wählen - wenn überhaupt?

Wir denken, alle Gewalt gehe derzeit von denjenigen aus, die sich auf einen kriegerisch interpretierten Islam berufen. Doch dabei vergessen wir jene gewalttätigen Männer, die im Namen des allbarmherzigen christlichen Gottes Ärzte erschießen, nur weil diese legale Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Ganz zu schweigen von den (erst vor kurzem erstorbenen) Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland. Muss Religion immer mit Gewalt in Beziehung stehen? Welche Religion kann ich überhaupt noch guten Gewissens als die meine propagieren?

Katholiken und Protestanten

Als gute Abendländer sollten wir im Lande bleiben und katholisch oder protestantisch wählen. Aber können wir uns mit einer Kirche identifizieren, deren jetziges Oberhaupt zwar viel Charme und Reformwillen versprüht, an den eigentlichen Missständen der katholischen Kirche aber wenig ändert? Noch immer sind die zahlreichen Missbrauchsfälle nicht aufgearbeitet, schwelgen Bischöfe und Erzbischöfe ungestraft in gigantischem Luxus, darf das Volk nur kuschen, nicht mitreden oder gar mitbestimmen. Und die letzten beiden Päpste haben auch dafür gesorgt, dass Priester und Bischöfe in Lateinamerika, die den Glauben der Kirche ernst nahmen und sich um die ärmsten kümmerten, nicht unterstützt wurden, sondern von staatlich gelenkten Schlägerbanden umgebracht werden durften.

Und die Protestanten? Gibt es die überhaupt? Ihre zahlreichen Sekten sind nicht immer Vorbilder für demokratische Erneuerung, denn im Eifer um fundamentalistische Ansichten können sie sich mit ihren Glaubensbrüdern vom anderen Ufer der christlichen Lehre durchaus messen. Zudem versprühen evangelische Kirchen (wie schon Heinrich Heine bemerket) den Charme einer Vorstadt-Lagerhalle. Wo bleibt da das Erleuchtende, Spirituelle, Erhabene, Faszinierende, das eine Religion nun mal bieten muss?

Muslime und Juden

Wollen wir zum Islam konvertieren, wenn ja, zu welchem? Sunniten, Schiiten, Alewiten? Wollen wir uns mit der korrekten Interpretation der Worte des Propheten abquälen? Zu jeder Aussage gibt es eine Sure, wo das Gegenteil steht. Ob man die Ungläubigen nun mit Respekt behandeln oder gnadenlos vernichten soll - warum hat Allah keine eindeutige Stellung bezogen? Und wer hilft mir bei Glaubenszweifeln? Mein salafistischer Imam?

Oder nehmen wir den Ursprung der abrahamitischen Religion und bekehren wir uns alle zum Judentum. Jahwe wird uns, als Auserwählte, beschützen - eine Hypothese, die nach Völkermorden des zwanzigsten Jahrhunderts in Zweifel gezogen werden darf. Zudem ist es nicht jedermanns Sache, vehement die Misshandlung wehrloser Neugeborener (Genitalverstümmlung) vehement als Substanz der Religion zu verteidigen. Ist da nicht auch Gewalt drin, besonders gegen Unschuldige und Wehrlose?

Buddhisten und Konfuzianer

Wie wär's dann mit einer östlichen Religion wie dem friedlichen Buddhismus? Zweifellos liegen in den Lehren des Buddha so gut wie keine gewalttätigen Elemente, ganz im Gegensatz zu zahlreihen anderen heiligen Büchern. Aber wollen wir wirklich das gesamte Leben als Leiden betrachten und uns danach sehnen, endlich im Großen Nichts aufzugehen? Oder usn an strenge Rituale halten, die wir weder verstehen noch akzeptieren? Irgendwie liegt diese Einstellung dem aktiven Abendländer nicht. Da widmen wir unser Leben doch lieber dem Kampf gegen Armut und Terrorismus, als in entrückter Meditation auf das endgültige Ende zu warten.

Atheisten und andere Nichtgläubige

Andere fernöstliche Religionen wie Hinduismus, Shintoismus, Taoismus, Konfuzianismus etc. sind uns auch eher fremd. Doch wie wär's mit der in den USA am stärksten wachsenden Glaubensgemeinschaft, mit den Nicht-Gläubigen? Auch Agnostiker und Atheisten haben inzwischen Kirchen gegründet. Jeder kann im Internet Priester der Nicht-Götter werden und damit andere Gleichgläubige (also Nichtgläubige) trauen. Immerhin, Atheisten kennen keine Missionierung, mithin keine Gewalt.

Das aber ist die größte Illusion. Das 20. Jahrhundert, gewiss an Gewalt eines der reichsten, hat zwei Atheisten hervorgebracht, welchen wir den Großteil dieser Gewalt verdanken: Hitler und Stalin. Der eine verbrämte seine Ungläubigkeit mit verquasten Germanenmythen (die er aus Wagner-Opern kannte). Der andere ließ nur explizit den Nichtglauben an Götter zu, außer an sich selbst. Und was haben die beiden erreicht?

Verdammt, welche Religion ist denn dann zeitgemäß?

Der Artikel (mit Bildern und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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