Notizen 120

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Wie kann man den IS besiegen?

Russland, Frankreich, England und Deutschland werfen Bomben auf Syrien. Ist so der Islamische Staat zu besiegen? Den ganzen Beitrag finden Sie hier.

Was macht Terrorgruppen so attraktiv?

Der "Islamische Staat" (IS) stellt Videos ins Internet, wo Menschen geköpft und die abgeschnittenen Köpfe als Trophäen präsentiert werden. Trotzdem - oder deswegen ? - strömen tausende junger Menschen, Männer und Frauen, zu dieser Terror-Organisation und zu anderen der gleichen Art. Was fasziniert sie daran?
 

Zunächst: Jemanden zu köpfen ist die humanste und schnellste Art der Hinrichtung. Deshalb hat Dr. Guillotin (1738-1914) die rasche Enthauptung mittels einer Maschine propagiert, um die üblichen Grausamkeiten der damaligen Hinrichtungspraxis zu beenden. Das aber ändert nichts daran, dass Aspiranten terroristischer Organisationen zunächst meinen, einen Abenteuerurlaub a la Robinson mit hilfreicher Animation "zur Überwindung der sozialen Distanz zwischen den Gästen" zu absolvieren. Dann sind sie enttäuscht, dass sie für den neuen Staat arbeiten, früh aufstehen, diszipliniert trainieren und sogar den Tod riskieren müssen. Da ist es im kuscheligen Deutschland mit Hartz IV und Toleranz durch die Behörden denn doch gemütlicher.

Selbstmordattentat statt Hartz IV - warum?

Doch einige bleiben, und sogar Frauen - die in solchen Organisationen nur verlieren können - melden sich freiwillig oder machen Propaganda. Wie kann sich ein vernünftiger Mensch andern derart unterordnen, die offensichtliche Freiheit in einem demokratischen Land aufgeben und dafür ein Leben in Todesgefahr bevorzugen?

Die Antwort liefert der ungarische Schriftsteller Imre Kertész, der mit 14 Jahren ins Konzentrationslager Auschwitz kam und überlebte. Für seinen Bericht darüber ("Roman eines Schicksallosen") erhielt er 2002 zu Recht den Literatur-Nobelpreis. Kertész hatte Freiheit nie kennengelernt, immer nur Zwang, Grausamkeit und Unterdrückung. Wie kam er dann mit der neu gewonnen Freiheit zurecht? In einem Interview sagte er dazu (sinngemäß): Stalin hat mich gerettet. Er meinte: Die stalinistische Diktatur, die sich in seiner Heimat nach dem Krieg etablierte, war so ähnlich wie das, was er bei den Nazis erlebt hatte, aber nicht ganz so schlimm, nicht ganz so tödlich, nicht ganz so entsetzlich. So konnte er seine gelernten Überlebensstrategien behalten und sich langsam an ein Leben in Freiheit und Selbstverantwortung gewöhnen.

Wie lebe ich frei und selbstverantwortlich?

Ein derartiges Leben der Selbstgestaltung scheint vielen Terror-Aspiranten bisher verschlossen gewesen zu sein. Wer in einer autoritären Umgebung auswächst, wo erst das Wort des Familienoberhaupts gilt, dann das des zuständigen Geistlichen, der hat nie gelernt, frei zu sein, Verantwortung für sich zu übernehmen, Lebenspläne zu entwerfen und sein Leben selbst zu gestalten. Also sehnt er sich nach jemand, der ihm sagt, wo's lang geht. Und stirbt lieber den Märtyrertod, als einen Handwerksberuf in seiner Wahlheimat zu erlernen.

Was tun? Vor kurzem stieß ich auf die erstaunliche Analyse terroristischer Organisationen durch eine englische Amateur-Soziologin, deren Namen ich am Ende verrate. In ihrer Untersuchung des Phänomens einer unruhigen Jugend schreibt sie:

"Es tut sich etwas, nicht nur in einem Land, sondern in vielen. Sie haben einen Rekrutierungs-Service gegründet, und der richtet sich an junge Leute. Es geht um Menschen, die überall hingehen, alles tun, unglücklicherweise alles glauben, solange man ihnen etwas verspricht, was mit Niederreißen, Kaputtmachen, Steine-ins-Getriebe-werfen zu tun hat. Dann glauben sie, dass es sich um einen guten Zweck handelt und dass die Welt nachher anders aussehen wird.

Die Faszination des Zerstörens

(Diese jungen Menschen) sind nicht kreativ, nur destruktiv. Die kreativen jungen Menschen schreiben Gedichte oder Bücher, komponieren oder malen ... Aber sobald Menschen Gefallen an der Zerstörung als solcher finden, haben böse Führer ihre Chance."

Ihre Empfehlung, diesen Trend zu bekämpfen: "Finde heraus, woher das Geld kommt, woher die Ideen kommen, woher die Maschinerie kommt."

Der Name der Dame: Agatha Christie, die "Königin des Verbrechens". Veröffentlicht hat sie diese Analyse 1970 in dem Roman "Passanger to Frankfurt." Da stehen noch ein paar andere hellsichtige Erkenntnisse. Man sage nichts gegen die alten Meister, auch wenn sie sich als verstaubte viktorianische Jungfrauen präsentierten!

Der Artikel (mit Bildern und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-

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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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