Notizen 119

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Sollen wir dem Terror nachgeben?

In Hannover wurde ein Länderspiel nicht ausgetragen, in München der Bahnhof zu Sylvester gesperrt - alles wegen möglicher Terrorangriffe. Wie sollen wir uns verhalten, die Warnungen ignorieren oder unsere Feste absagen? Den ganzen Beitrag finden Sie hier.

Wie ist der "Islamische Staat" entstanden?

 Der "Islamische Staat" (IS) verbreitet Angst und Schrecken mit seinen Videos von öffentlichen Köpfungen, und wir verstehen nicht, was ihn so faszinierend macht für junge Leute. Aber wie ist diese Organisation entstanden? Und können wir daraus etwas lernen?
 
Es war einmal ... So beginnt ein Frühlingsmärchen in Deutschland im Jahre 1945. Die Alliierten hatten soeben Deutschland besetzt und der Führer, immer bekümmert um sein Volk, jetzt aber eher um sich, hatte sich jeglicher Verantwortung entzogen. Die Amerikaner wollten Gerechtigkeit, stellten einige Großkopferte aus der Nazizeit vor Gericht und hängten ein paar. Die meisten aktiven Nazis entzogen sich durch Flucht (mit aktiver Hilfe des Vatikan und später der Amerikaner), und die paar, die im Lauf der Auschwitzprozesse verurteilt wurden, kamen bald wieder frei. Kein Wunder: Richter, Juristen, Geheimdienstler, Politiker und Beamte blieben, was sie in der Nazizeit gewesen waren, und einer dieser Blutrichter schaffte es sogar bis zum Ministerpräsidenten. Die deutsche Politik, besonders unter Adenauer, ließ sie alle in Amt und Würden.

Die alten Kader sind immer noch an der Macht

Ein besonders krasses Beispiel für die daraus resultierende Ungerechtigkeit: Ein als "psychisch krank" deklarierter Mann wurde durch einen Medizinfunktionär in der Nazizeit in ein Vernichtungslager geschickt. Er überlebte und versuchte in der Nachkriegszeit, seine berechtigten Ansprüche an den Staat zu erwirken. Vergeblich: Er wurde für unzurechnungsfähig erklärt und in eine psychiatrische Anstalt verbannt - von demselben Funktionär, der ihn ein paar Jahre zuvor in den Tod geschickt hatte!

Der Demokratie allerdings hat das nicht geschadet, sie ist heute eine der stabilsten in der ganzen Welt. Und die Südafrikaner machten es ähnlich beim Übergang zur Demokratie: Die Täter, Folterknechte und brutale Polizisten, blieben ungestraft. Dafür durften die Opfer mit ihnen sprechen, was denen sicher reichlich zynisch vorkam. Doch auch hier funktioniert die Demokratie, vielleicht mehr schlecht als recht, aber immerhin.

Wie man Radikale erschafft

Im Jahre 2003 beseitigten die Amerikaner eine weitere Diktatur, nämlich diejenige des Saddam Hussein im Irak. Und diesmal agierten sie gründlich: Sie entließen alle ehemaligen Mitarbeiter, Soldaten und Beamten des Regimes. Das war ebenso gerecht wie politisch fatal. Denn diese Entlassenen waren frustriert und ohne Arbeit. Sie gaben, natürlich, den Amerikanern und dem Westen die Schuld und formierten sich neu. Aus diesem Potenzial entstand die Keimzelle des IS, deren Erfolg alle kalt erwischt hat.

Was uns das angeht? Der IS ist weit geht und kümmert uns wenig. Doch die Methode der Amerikaner im Irakkrieg - gerecht, aber fatal - wandten auch die Westdeutschen bei der Beseitigung einer weiteren Diktatur an. Als die DDR abgewickelt wurde, da entzogen sich ihre Führer durch Flucht, und der Rest wurde sauber eingeteilt, in Täter und Opfer. Das Kriterium war simpel: Wer als Informant registriert (nicht etwa: tätig!) erschien, war Täter, wer überwacht wurde, Opfer. Die Täter wurden öffentlich angeprangert, während man sich wenig um die Opfer kümmerte. Das war gerecht, aber der Integration hat es wenig gedient. Ergebnis: Weit vom Zentrum erstarkten Parteien, die manchen immer noch suspekt sind. Die PDS, später "Die Linke", fasste den Trotz der DDR-Bürger zusammen. Die NPD hatte nur deshalb keinen durchschlagenden Erfolg, weil sie sich selbst demolierte.

Was man daraus lernen kann? Gerechtigkeit ist ein hohes Gut, doch im Bereich der Politik scheinen andere Werte gelegentlich wichtiger. - Der Artikel (mit Bildern und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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