Notizen 118

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Was bringt die Zukunft?

Kann man die Zukunft voraussagen? Man kann; nicht für das nächste Jahr, wohl aber für die nächsten 2000 Jahre.
 

1987 schrieb ich ein Buch über die kommenden Jahrtausende ("Die Geburt des Wassermann-Zeitalters") mit einigen ernsten und anderen nicht ganz so ernsten Prognosen. Was ist eingetreten, welche Prognose ging daneben, was wird sich noch ereignen?

Doch dass die ganze Welt vernetzt wird, und zwar auf individueller Basis, diese Aussage hat sich über-erfüllt. Niemand konnte damals die Existenz und Ausbreitung des Internet vorausahnen. Nur Marylin Ferguson sprach oft von "Vernetzung", meinte aber die persönliche, Hierarchie freie Kommunikation zwischen gleichgesinnten, fortschrittlichen Menschen. So ist es geworden - aber nicht unbedingt zum Wohle der Menschheit. Jeder ist nun das, was dem Gegenzeichen des Wassermanns entspricht: sein eigener König, auf der eigenen Webseite, in der eigenen Domain, wie Milliarden andere auch - Individuum in der Gruppe, eigenständig und doch verwechselbar, ohne Tradition und damit ohne Untergrund. Der Wassermann möchte absolut individuell sein, und so schließt er sich keiner Gruppe an, blickt aber hungrig zu den anderen, die miteinander lachen und scherzen und geheime Pläne ausbrüten. Er steht am Rande, gehört nirgends hin, und plaudert so, kontaktverarmt, in virtuellen Tratschräumen mit nicht-existenten Individuen - oder zumindest mit Wesen, die eine Maske tragen. Ob sie Menschen sind oder künstlich erzeugte "Avatare" (Computerwesen mit Äußerem und eigenen Verhaltensweisen), wer weiß das schon. Und wen interessiert's.

Die Wirklichkeit liegt in den Medien

Kein Wunder, dass dann der Mensch des dritten Jahrtausends den Kontakt zur Realität verliert und alles für wirklich erachtet, was unwirklich ist, nämlich das, was sich im Internet als Computer generiertes Bild zeigt. Das allerdings liegt nicht nur an den Menschen, die sich für den Unterschied "real - virtuell" nicht mehr interessieren; es liegt vor allem an den Medien, welche die Macht haben und sie rücksichtslos ausnutzen. Schon im Golfkrieg zeigte sich, dass die Ereignisse im Fernsehen statt finden und nichts so war, wie es der Betrachter sah. Eine gut konstruierte Story - möglichst nach Hollywood-Klischee: Gut gegen Böse - ist allemal "realer" als jedwege langweilige Aufzählung wahrer Fakten. Der Wassermann sammelt Ideen und Gedankensplitter, er bewertet sie nicht. Deswegen ist er tolerant - und die Wirklichkeit geht dabei unter. Wenn ihm tausend Leute einreden, dass es einen Treibhaus-Effekt gibt und der schädlich für die Welt ist - beides trifft nicht zu - dann glaubt er es genauso wie das Märchen vom Urknall oder vom Überleben der Tüchtigsten. Oder auch das Gegenteil davon.

Und die Macht ist nicht zu fassen. Durch die Globalisierung finden sich Machtzentren überall und nirgends. Niemand kann die Verantwortlichen ausloten und zur Verantwortung bringen. Selbst Besitz - im zweiten Haus im Zeichen Fische - zerrinnt unter den Fingern, wandert von Börse zu Bank, von Land zu Kontinent, vom Besitzer ins Nichts. Nichts hat Bestand, außer das ewige Kreisen um die Frage: Wer bin ich eigentlich? Ich selbst oder mein virtuelles Abbild im weltweiten Netz?

Verschwörungstheorien werden Alltag

So geht die Welt unmerklich den Bach hinab, und niemand merkt's, auch wenn jeder davon spricht. Kriege werden in den Medien geführt, und ob es die betroffenen Länder noch gibt, weiß niemand. Interessiert das überhaupt? Wissen Sie, ob die Astronauten wirklich auf dem Mond waren oder das Ganze nicht ein Propaganda-Coup der NASA, der US-Regierung und von Hollywood war? Wissen Sie überhaupt, ob der Mond existiert? Die Quantenphysiker behaupten: nein. Jedenfalls gibt es keinen Mond, wenn ihn niemand anschaut. Irgendwie bestechend, die Idee.

Was es nicht mehr geben wird

Der Mensch der Zukunft wird einiges abschaffen, was ihn stört, zum Beispiel:

- den Schlaf (der unterbricht nur die Zeit der Kreativität und des Genusses);

- die Geschlechter (zwei ist reichlich wenig, Übergänge viel interessanter und individueller);

- Lexika (fristen im Internet ein kümmerliches Dasein: Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse, welche die alten umwerfen);

- Ärzte (jeder kann heilen, mit den Händen oder durch Beten zum Cybergott);

- Hierarchien (jeder ist sich selber Gott, will keinen über oder unter sich);

- die Natur (sie stört und läßt sich so schlecht nach eigenen Vorstellungen formen).

So wird der Mensch des dritten Jahrtausends eine ungeheuer interessante, aufregende, faszinierende, kreative und chaotische Zeit erleben; zu Erkenntnissen kommen, denen gegenüber mystische Erlebnisse als fade Aufgüsse erscheinen; und Welten schaffen, die nie zuvor möglich waren und nie wieder möglich werden. Am Ende wird er ausgelaugt und in anderen Welten schwebend die Macht an strahlende Persönlichkeiten abgeben und sich als Untertan königlicher Erscheinungen üben, bis die Erde, ausgedörrt und aufgebrochen, sich rächt und ihn eliminiert, damit die anderen (inzwischen zum Großteil ausgerotteten) Lebensformen wieder eine Chance bekommen. Doch das ist ein ganz anderes Kapitel. Bis dahin - Genießen wir unser Leben und unsere Kreativität!

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 -Peter Ripota-

Dies war das letzte Sonntagswort in diesem Jahr. Das Redaktionsteam wünscht Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch. Das nächste Sonntagswort erscheint am 10. Januar 2016.
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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