Notizen 117

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Was den IS attraktiv macht

Wir glauben, der "Islamische Staat" (IS) lasse sich mit Waffen bekämpfen. Doch es finden sich immer wieder junge Männer und Frauen, die sich ihm anschließen. Was macht ihn so attraktiv? Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Was ist Sex?

"Hatten Sie Geschlechtsverkehr mit dieser Person?" Das wurde Bill Clinton bei seiner Vernehmung wegen der Lewinsky-Affäre gefragt, und er antwortete damals mit "nein". Hatte er womöglich die Wahrheit gesagt?

Es gibt zwei Möglichkeiten, dass Clinton nicht log. Die erste ist perfide: Er sah irgendeine Person im Raum an und behauptete wahrheitsgemäß: I never had sex with this person. Zu deutsch: "Mit dieser Person (da) hatte ich keinen Geschlechtsverkehr." Oder aber: Seine Auffassung von Sex umfasst nicht die Spielereien mit seiner Asistentin. Befassen wir uns einmal damit und fragen uns: Was ist Sex?

Wikipaedia definiert ihn so:

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Sex sexuelle Handlungen zwischen zwei oder mehreren Sexualpartnern, insbesondere den Geschlechtsverkehr und vergleichbare Sexualpraktiken.

Das kling ein bisschen zirkulär: Sex ist, wenn man Sex hat. Jedenfalls wird sich Clinton gedacht haben: "Wenn die Kleine den Mund zu voll nimmt, ist das ihre Sache, Sex jedenfalls (im medizinischen Sinn) hatte ich keinen." (Ich bitte den geneigten Leser diese Ausdrucksweise zu entschuldigen; aber ich fürchte, das der Präsident auch nicht vornehmer gedacht hat).

Abgesehen vom Medizinischen, wie kann man Sex definieren? Was ist erlaubt, was nicht, und wo endet die Treue?

In meiner Sturm- und Drangzeit besuchte ich mal ein Tantra-Seminar, die geniale Erfindung eines selbsternannten indischen Gurus, der unter verschiedenen Namen vor allem sexuell frustrierte Amerikaner und Deutsche intensive abkassierte (zumindest die, die es nötig hatten, ihn als Erleuchter anzubeten). Dieser Baghwan also sagte: "Sex ist nicht böse, es hat aber auch eine spirituelle Komponente, um die müsst Ihr Euch auch kümmern." Was die wenigstens taten, aber so stand es in seinen (durchaus lesenswerten) Schriften.

Bezüglich Sex gab es nur zwei Regeln. Die erste hat mit Respekt zu tun: Betrachte dein Gegenüber, so es ein Mann ist, als Inkarnation des Gottes Shiva. Betrachte dein Gegenüber, so es eine Frau ist, als Inkarnation der Göttin Shakti. Die zweite Regel besagt: Was zwei selbständige, unabhängige Menschen im Vollbesitz ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte miteinander machen, ist deren Sache und damit in Ordnung.

Aus Regel 2 ergeben sich einige Schlussfolgerungen, die in weiten Teilen mit unseren Moralvorstellungen übereinstimmen. So ist Sex mit Kindern kategorisch und unter allen Umständen ausgeschlossen. Kinder sind weder selbständig noch unabhängig. Sex mit der Ehegattin, die vom Mann finanziell abhängig ist (wie es früher selbstverständlich war), wird ebenfalls problematisch. Das gleiche gilt für Vergewaltigung und Prostitution, was alles unseren Moralvorstellungen entspricht.

Doch es gibt auch Schlussfolgerungen, die mit unseren Werten nicht ohne weiteres konform gehen. So sagt die Baghwan-Regel zum Beispiel, dass Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts in Ordnung ist . In Deutschland wird das Gros der Menschen diese These inzwischen unterschreiben. Aber dennoch wurde Homosexualität lange Zeit im Abendland als schwere Sünde, als ahnungswürdiges Verbrechen betrachtet und steht in vielen Ländern der Welt noch immer unter Todesstrafe. Weitere Abweichung zur westlichen Sexualmoral: Der Verkehr zwischen erwachsenen Geschwistern gilt als nicht verwerflich, bei uns steht er unter Strafe.

Was hat das mit Liebe zu tun?

Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, was Sex ist und wo die Untreue beginnt. Ist es der Kontakt von Schleimhaut zu Schleimhaut, wie es die Psychologie definiert? Dann ist ein Lippenkuss bereits Sex, und das, was Frau Lewinsky tat, natürlich auch. Es gab und gibt indes Kulturen, wo ein Lippenkuss, auch zwischen Männern, bei der Begrüßung, ganz normal ist. Was hatten die dann miteinander? Oder ist es die Penetration? Dann stellt sich die Frage, wie weit? Gemessen in Zentimetern (absolut) oder relativ zur Größe des männlichen Teil, gekoppelt mit der Tiefe des weiblichen Teils? Welche Art von Mittelwert (arithmetisch, geometrisch oder harmonisch) ist zu berechnen, und wer soll wann was messen? Oder ist der Orgasmus maßgebend? Trocken oder feucht? Beim Mann und bei der Frau, oder reicht einer?

Oder, in die andere Richtung gedacht (jetzt kommen wir zum Begriff der Treue): Wenn sich der Mann gern junge Frauen auf der Straße anschaut und sich vorstellt, wie schön es jetzt wäre, wenn ... oder die Frau beim Sex an Brad Pitt (oder ihren Ex) denkt, ist das schon Untreue? Wenn Sie meinen, ich könnte diese Fragen beantworten, haben Sie sich getäuscht! Trotzdem hier noch meine Meinung zur Treue: Sie besteht schlicht in dem Versprechen, das bei der Hochzeit abgegeben wird: ... in guten wie in schlechten Zeiten. In diesem Sinn war Hillary Clinton ihrem Mann treu, Bettina Wulff aber nicht.

Zuletzt noch ein Beispiel für einen besonderen Akt der Treue, der viel bewirkte, ohne dass dies die Öffentlichkeit bemerkte. Als Rock Hudson im Sterben lag (er war an AIDS erkrankt) und seine Homosexualität öffentlich geworden war, da bekannte sich der damalige amtierende Präsident der Vereinigten Staaten zu seinem ehemaligen Kollegen, wünschte ihm alles Gute, als er noch lebte, kondolierte, als er gestorben war, unbekümmert um die Öffentlichkeit, für die AIDS eine Strafe Gottes und Homosexualität eine Perversion darstellte.

Ab da änderte sich die Meinung der Öffentlichkeit. AIDS wurde zu einer Krankheit wie jede andere, und zumindest bei uns dürfen Homosexuelle inzwischen heiraten und Kinder adoptieren. Nicht, dass dies alles Reagan bewirkt hätte, aber er hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet. Das ist Treue! Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

Mehr zu Liebe, Treue, Beziehungen und Partnerschaft im Wassermannzeitalter hier:

 

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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