Notizen 102

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Solidarität mit den Superreichen?

Griechenland und kein Ende: Würden die Superreichen des Landes korrekt Steuern zahlen, bräuchten die Griechen keine Kredite. Weil sie das nicht tun, zahlen wir Mit-Europäer deren Steuern. Europäische Solidarität! Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Gedanken zum Jahreswechsel: Wohin geht unser Geld?

Nach vielen Verhandlungen und finanztechnischen Tricksereien hat der Bundestag wieder mal zugestimmt, den Griechen (obwohl sie ihre Auflagen in keinster Weise erfüllt haben) die zugesagten Milliarden in drei "Tranchen", also Teilen, auszuzahlen. Allein die Verzögerung durch demokratisch bedingte Diskussionen in den nationalen Parlamenten hat den Schuldenberg um ca. fünf Milliarden hochgetrieben, wegen der Zinsen, die dabei anfielen.

Aber wohin geht nun das Geld? Bekommen die darbenden Arbeiter, Arbeitslosen, Rentner endlich die ihnen zustehenden Euro? Aber nein doch, wer wird denn so naiv sein! Das Geld geht zum allergrößten Teil an Banken (rund 77 Prozent) sowie an (nichtgriechische) Pharmafirmen. Von den Banken, deren Aufgabe ja eigentlich die Vergabe von Krediten wäre, kommt nichts am Verbraucher an. Das hat sich schon einmal gezeigt, als die europäische Zentralbank den Banken Geld zu einem äußerst niedrigen Zins lieh, in der Erwartung, diese würden das Geld - zu einem geringfügig höheren Zins - an die hoffnungsvoll wartenden Kunden, insbesonders an Industrie und Privatunternehmen, weitergeben. Taten sie aber nicht, und alle Welt schüttelte den Kopf. Warum denn nicht?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Weil sich die Banken nicht mehr als Dienstleister verstehen, sondern als Geldscheffler, mit horrend hohen Gehältern für ihre Mitarbeiter (in der Abteilung "Investmenbanking"), die nichts anders tun, als das von den Kunden anvertraute Geld zu verzocken, woraufhin der Staat einspringen muss, um die hohen Gehälter, die absurd hohen Bonuszahlungen und die ebenso hohen Abfindungen zahlen zu können. Der Kunde - also der vorgesehene Nutznießer des Gelds der Zentralbank - schaut in die Röhre und fragt sich zum wiederholten Mal, was die Banken eigentlich tun oder wofür sie da sind.

Kurzum: Die Milliarden, zu einem nicht unbeträchtlichen Teil von Deutschland geliefert, bringen der Bevölkerung Griechenlands absolut nichts, wohl aber diversen großen Firmen und Banken, an denen wiederum auch die Deutschen beteiligt sind. Das Geld kommt also wieder zurück, aber ein erklecklicher Teil bleibt an diversen Politikern hängen. Die müssen ja auch leben, ihre Yachten bezahlen, ihre Feste feiern, ihre ersparten Steuergelder in die Schweiz (oder nach Singapur) verschieben.

Wie aber könnte man den Griechen - der Bevölkerung, nicht den Reichen - wirklich helfen?

Als erstes müssten diejenigen, die das Sagen haben (Politiker?) auf der Einhaltung der (von griechischen Politikern versprochenen) Reformen bestehen. Griechische Reeder zahlen per Gesetz aus dem Jahre 2011 keine Erbschaftssteuer, keine Kapitalertragssteuer, keine Steuern auf Dividenden, keine Einkommenssteuer, keine Lohnsteuer, keine Mineralölsteuer, usw. Insgesamt hat die europäische Kommission zur Prüfung der griechischen Verhältnisse 57 Steuer-Amnestien für Reeder festgestellt - und für all diejenigen, die mit der Rederei zu tun haben! Brüssel hat gefragt, was das soll. Eine Antwort steht aus und wird wohl auch nicht gefordert werden.

Die Zahlungserleichterungen bzw. das Vergessen der geforderten Reformen haben fatale Folgen: Portugal besteht ebenfalls auf Verzögerungen und Schuldenerlass, Spanien, Italien und später dann Frankreich werden folgen. Dabei wären Hilfe plus Antrieb für die darbende Privatwirtschaft ganz einfach. Deutschland hat das schon einmal vorgemacht: Die Umwelt- oder Abwrackprämie, 2009 eingeführt, gewährte jedem Staatsbürger die lächerliche Summe von 2.500 Euro für den Neukauf eines Wagens. Doch sie war erfolgreich. Der Bürger hatte vor allem das Gefühl: Das Geld krieg ich direkt, nicht eine marode Firma oder eine überschuldete Bank. Doch für eine solche Aktion braucht man vermutlich ein funktionierendes Staatswesen, und davon scheint unser südliches EU-Mitglied noch weit entfernt.

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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