Notizen 101

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Die neun Milliarden Namen Gottes

So hieß eine originelle Sciencefiction-Kurzgeschichte von Arthur C. Clarke. Aber wieviele Namen hat Gott wirklich? Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Gott ist tot?

Viele wenden sich vom Glauben ab, weil sie nicht verstehen können, wie ein allmächtiger und allgütiger Gott so schreckliche Übel zulassen kann wie Völkermord und Kriege - in Seinem Namen! Dabei muss das gar nicht sein.

Jeder Gläubige steht vor einem Dilemma: Wie kann Gott, der doch allmächtig und barmherzig ist, zulassen, dass ganze Völker ausgerottet werden, und das nicht nur in der Antike oder bis 1945. Wie kann Er das ganze Elend und Leiden der Menschheit - durch Krankheiten, Naturkatastrophen und die Grausamkeit der Mitmenschen - akzeptieren und nichts dagegen tun? Wenn Er allbarmherzig ist, muss Er es ändern, außer, er ist nicht allmächtig. Wenn Er aber nicht allmächtig ist, dann ist Er nicht Er.

Kein Wunder, dass so ikonoklastische Philosophen wie Friedrich Nietzsche kurzerhand Gott als Toten deklarierten. Dazu bildete sich sogar eine eigene Theologie, doch die meisten Denker, so sie sich mit dem Thema beschäftigen, bevorzugen es, Agnostiker oder Atheist zu sein, nach dem Motto: Lasst den Alten in Ruhe, sofern er überhaupt existiert. Besonders schlimm war das Problem für gläubige Juden, die den Holocaust erlebten. Schließlich waren sie sogar das von Ihm auserwählte Volk - und Er entließ sie in den Tod, ohne etwas dagegen zu tun.

Dabei ist die Sache gar nicht so seltsam, wie sie uns erscheint. Wir beurteilen Gottes Handlungen (in diesem Fall: Nicht-Handlungen) nach einem Gottesbild, das mit dem der Bibel nicht übereinstimmt, sondern erst von den Gelehrten des Mittelalters, den Scholastikern, allmählich entwickelt wurde. Sie waren Denker, denen das Unendliche wichtig schien und die deswegen Gott mit dem Absoluten identifizierten, was rein logisch nicht sein kann. Das haben schon die mittelalterlichen Gelehrten erkannt: Wenn Gott allmächtig ist, kann Er dann einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass Gott selbst ihn nicht aufheben kann? Wie immer die Antwort lautet (ja oder nein), Gott kann nicht allmächtig sein. Mehr dazu hier.

Doch Gott war nie allmächtig, zu Beginn nicht einmal Schöpfer. In der Genesis heißt es nämlich nicht, dass Gott die Welt geschaffen hätte. Gott trennte jeweils nur das Licht von der Finsternis, das Feuchte vom Trockenen, das Flüssige vom Festen. Danach erschuf er alles Mögliche, darunter den Menschen, und er sah jeweils, dass es gut war.

Und Gott war nicht das einzige mächtige Wesen. Neben ihm gab es die Elohim, auf deren Natur in der Bibel nicht näher eingegangen wird. Im Paradies standen zwei Bäume, der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, und der Baum des ewigen Lebens. Gott fürchtete, dass die Menschen von den Früchten dieser Bäume naschen und ihm ebenbürtig würden. Die Furcht war berechtigt, und nach dem ersten Früchte-Essen vertrieb er seine Geschöpfe aus dem Paradies.

Ab da entwickelte sich die Menschheit nicht so, wie Er sie sich vorgestellt hatte. Die Menschen hatten Freude an Kampf und Sex, wohl nicht so passend zu Seinen Moralvorstellungen. Irgendwann beschloss Er dann, seine Geschöpfe zu vernichten, und nur Noah samt Familie überlebte. So startete Gott, modern gesprochen, Projekt Menschheit 2.0, aber Er war nun nicht mehr so anspruchsvoll. Die Menschen durften ab jetzt auch Fleisch essen (vorher waren sie Vegetarier gewesen - steht in der Bibel!), sie durften ihren freien Willen entfalten, Er mischte noch ein bisschen mit und überließ seine gewandelten Geschöpfe dann sich selbst. Ob mit Erfolg oder nicht, das wird die Zukunft weisen. Im Augenblick sieht es eher danach aus, als ob sich die Menschheit selbst vernichtet, aber dann gibt es vermutlich niemanden mehr, der eine Menschheit 3.0 erschaffen wird. Schade, war doch ein interessantes Experiment.

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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