Notizen 099

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Wer regiert uns eigentlich?

Ausländische Geheimdienste sammeln unsere Daten, große Banken erpressen uns ("Too big to fail"), internationale Konzerne beeinflussen unsere Gesetzgebung, anonyme Richter bestimmen demnächst, was in einzelnen Ländern erlaubt ist. Haben unsere Politiker überhaupt noch irgendeinen Einfluss? Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Ich will nicht begabt sein

Wenn man Ihnen sagt, Sie wären auf einem (für die Gesellschaft wertvollen) Gebiet sehr begabt, würden Sie dagegen protestieren? Das würden Sie, wenn es sich um ein bestimmtes Talent für Männer und um ein anderes für Frauen handelt.

In meinem früheren Leben, als ich noch den Charakter meiner Mitmenschen aus deren Handlinien oder aus den Sternen zu ergründen suchte, merkte ich bald, dass die Menschen gar nicht wissen wollten, was sie können. Sie wollten lieber erfahren, dass sie etwas nicht können. Denn dann bauchen sie auch keine Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen.

Besonders die Vorhersage von zwei Talenten führte immer zu heftigen Protesten. Wenn ich einer Frau sagte, sie wäre mathematisch begabt, leugnete sie diese Begabung vehement: Ich? Niemals! Ich war schon immer schwach im Rechnen! Der Hinweis, Mathematik habe im Allgemeinen nichts mit Rechnen zu tun, fruchtete nichts. Ähnliches geschah, wenn ich einem Mann sagte, er wäre tänzerisch begabt. Sofort kam der wütende Protest: Ich? Niemals! Ich hatte schon immer zwei linke Füße! Der dezente Hinweis seiner Gattin, dass er sich nach dem Hochzeits-Walzer-Kurs ganz vorzüglich angestellt hätte, trotz Unerfahrenheit auf diesem Gebiet, führte zu weiteren Protesten und ehelichen Zerwürfnissen. Dazu habe ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben.

Also wohlgemerkt, diese Personen sagten nicht etwa: Seltsam, die Begabung habe ich noch nicht bemerkt. Sondern sie waren beleidigt, empört, wütend, dass ihnen so ein Talent unterstellt werde! Ja, in gewissem Sinn waren sie stolz auf ihre diesbezügliche angebliche Unbegabtheit. Was war hier los?

Später erfuhr ich, dass Mädchen in der Schule wegen ihrer mathematischen Begabung gemobbt und Jungen wegen ihrer tänzerischen Begabung gehänselt und als Schwulis abgetan werden. Offenbar herrscht in unserer Kultur - zumindest in Deutschland - die Gleichsetzung: Mathematik = verstandesmäßig, also ohne Gefühle, und eine Frau, die sich auch nur für so etwas interessiert, muss gefühlskalt sein. Dann ist sie keine richtige Frau. Und: Tanz = gefühlsmäßig, also unmännlich, und ein Mann, der sich für so was interessiert, muss naturgemäß schwul sein. Dann ist er kein richtiger Mann. Die Kultur sorgt dafür, dass diese Mythen bewahrt bleiben. Die Eltern geben sie an ihre Kinder weiter; wenn nicht, sorgt die Gruppe dafür, dass sich die Mitschüler mythenkonform verhalten.

In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich, wo man sich für solche Begabungen schämen muss und derentwegen auch noch gemobbt wird? Wir sollten uns lieber die kleine Fee Tinkerbell aus dem gleichnamigen Walt-Disney-Film zum Vorbild nehmen (siehe Foto). Die ist nämlich mechanisch hochbegabt, d.h., sie kann Maschinen reparieren und tut es auch gern. Aber die anderen Feen verbieten ihr das: Ihre Aufgabe ist es, in der Luft herumzuschwirren und Blumen zu bestäuben. Apparate sind für Männer. Die Filmemacher finden einen schönen Schluss: Irgendwann bekennt sich die kleine Fee zu ihrer Begabung, ohne etwas von ihrer Weiblichkeit oder Feenhaftigkeit zu verlieren.

"Tinkerbell" sollte für uns ein Vorbild sein, und nicht verkorkste Frauen, die stolz darauf sind, nicht rechnen zu können (anstatt sich dessen zu schämen); oder verkorkste Männer, die stolz darauf sind, nicht tanzen zu können (anstatt sich dessen zu schämen).

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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