Notizen 095

Wenn der Rundbrief nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

Mein neues Wort zum Sonntag:

Die heiligen Schriften

Wir sind gewohnt, die heiligen Schriften wörtlich zu nehmen, und es wäre undenkbar, sie selbst (ohne kirchliche Autorität) zu deuten. Die Religionsgründer dachten da ganz anders. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Sind kreative Menschen glücklich?

Seit einigen Jahren gibt es "Glück" auch als Unterrichtsfach. Hilft uns das weiter? Manche behaupten: Glücklich ist der schöpferische Mensch. Oder der Mensch, der etwas erschafft.

Indes: Sowohl in Sagen als auch in der Wirklichkeit werden schöpferische Menschen bestraft. Der russische Dichter Maxim Gorki bringt trotz seines Glaubens an die "Volksseele" in seinem Essay über "Die Zerstörung der Persönlichkeit" aus dem Jahre 1909 einige düstere Beispiele dafür: "Wenn die Wolgabulgaren einem Menschen mit außergewöhnlichem Verstand und großem Wissen begegnen, dann ergreifen sie ihn und hängen ihn an einen Baum, bis sein Leichnam in Stücke zerfällt."

Trotzdem wagen es immer wieder Menschen, von der Norm abzuweichen, etwas völlig Neues, Unerwartetes, für konservative Gemüter Schockierendes zu unternehmen. Und der schöpferische Akt gibt ihnen so viel Befriedigung, dass sie die Widrigkeiten des Alltags und der anderen ertragen.

Aber was ist das, der schöpferische Akt oder der kreative Augenblick? Wer immer ihn erlebte, beschreibt ihn als einen Zustand hohen Glücks. Wochenlang hat man über ein Problem gegrübelt, manche taten es monate,-, jahre-, ja jahrzehntelang, und plötzlich reiht sich alles ein in ein Muster, eine Struktur, ein Kunstwerk. Als ob man aus einem Alptraum aus der Hölle erwachte und nun plötzlich im Paradies schwebt.

Doch der schöpferische Prozess, der so viel Glücksgefühl vermitteln kann, enthält auch Gefahren. Er ist ein Balance-Akt zwischen der Macht unbewusster Energien und dem ordnenden (aber nicht einengenden) Bewusstsein des Schöpfers. Er ist wie ein Gang durch den dunklen Wald, und ob einem dort eine gute Fee oder ein dunkles Ungeheuer begegnet, das weiß vorher niemand.

Zum schöpferischen Menschen gehört also zweierlei: Er muss die Dinge zulassen, die aus den Tiefen seiner Seele emporquellen, und er muss imstande sein, das, was da zum Vorschein kommt, zu verwerten und auch zu verwerfen, wenn es sein muss. Das große Problem scheint die Fähigkeit zu sein, die Erkenntnisse des Unbewussten zu akzeptieren, auch wenn ihr Inhalt noch so unverständlich, irrational und erschreckend ist. Damit aber überhaupt etwas hochkommen kann, müssen offenbar vorher seelische und geistige Strukturen zerstört werden. Der Schöpfer ist zuerst Vernichter.

Der schöpferische Mensch braucht ein Ziel; er braucht viel Mut für die Gratwanderung zwischen Normalität und Wahnsinn; er braucht Ausdauer, Intensität des Erlebens, und ein Gefühl für die Widersprüche der Welt. Doch ohne eine spielerische, unbekümmerte Ader kommt er nicht weiter. Das Leben ist ein Spiel mit dem Unbekannten, und wer in diesem Spiel Glück hat, der erlebt auch Glück.

Sind schöpferische Menschen demnach Auserwählte der Evolution, oder kann jeder kreativ sein? Die chilenischen Biologen Maturana und Varela behaupten in ihrem Buch "Der Baum der Erkenntnis": Sehen ist Erschaffen. Wir erzeugen unsere Wirklichkeit in jedem Augenblick neu. Also sind wir alle ununterbrochen Schöpfer unserer eigenen Welt. Selbst wenn wir keine großen Kunstwerke erschaffen und keine umwerfenden Theorien entwickeln, selbst wenn uns keine religiösen Inspirationen zufließen und wir nicht zu den Genies der Menschheit zählen, sind wir doch kreativ, solange wir wach sind und der Wirklichkeit bewusst entgegentreten. Und das ist doch sehr erfreulich.

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

---------------------------------------------------------------------

Wenn Sie den Rundbrief in Zukunft nicht mehr erhalten wollen, können Sie Ihre E-Mail-Adresse hier aus dem Verteiler löschen:

http://stereo.peter-ripota.de/newsletterabonn-de-3502.html

Impressum: Angaben gemäß § 5 TMG:
Peter Ripota, Zusserfeldstr. 21, 84174 Eching
Kontakt: Telefon: 08709/9432024, E-Mail: tango@peter-ripota.de
Umsatzsteuer-ID: 67 189 153 024
Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Peter Ripota, Zusserfeldstr. 21, 84174 Eching