Notizen 090

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Das älteste Tier der Welt

In unserer Serie "der/die/das älteste ..." geht es heute darum, wie alt manche Tiere werden. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Unser täglich Brot

Die erste Klage aller Deutschen, Österreicher und deutschsprachigen Schweizer im Ausland  lautet: Hier gibt es kein ordentliches Brot.Ist das wahr? Und wenn unser Brot so gut ist, warum ernähren sich dann andere Völker von ungesundem Weißbrot?

Traditionellerweise verachten Nationen alle anderen. In jedem Land gibt es Mythen. Einer der Hauptmythen bezüglich Nahrung in den deutschsprachigen Ländern ist der vom guten Brot, das nur in der Heimat erhältlich ist. Tatsächlich ist das in deutschsprachigen Ländern hergestellte Brot allen anderen in Bezug auf Nährstoffe (und wohl auch Geschmack) überlegen. Dennoch ist die Verachtung gegenüber dem Weißbrot der Italiener oder Franzosen nicht ganz berechtigt, denn die Funktion des Brots in einem mediterranen Land ist eine völlig andere als in Deutschland.

In den Ländern nördlich der Alpen gab es im Winter nichts außer Sauerkraut und Knödeln - und eben nahrhaftes, geschmackvolles Brot. Von dem konnte man leben, wie ja schon der Ausdruck "Er lebte nur von Wasser und Brot" andeutet. Sogar in den Kerkern konnten die Gefangenen ihren Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen mit deutschem Schwarzbrot halbwegs stillen. In südlichen Ländern dagegen dient Brot als Unterlage für all die Köstlichkeiten, die dort in Hülle und Fülle vorhanden sind: Antipasti, Aufstriche, Gemüse jeglicher Coleur. Ein kräftiges, geschmacksintensives Brot würde hier nur stören, wie es sich ja auch eher unangenehm bemerkbar macht, wenn man es mit Marmelade bestreicht. Da bevorzugen sogar Schwarzbrotesser weiße, geschmacklose Semmeln ("Brötchen") oder gar Toastbrot.

Wie aber ist es in den Ländern, wo Brot, dem Bibelspruch gemäß ("Unser tägliches Brot gib uns heute") tatsächlich tägliches Grundnahrungsmittel ist, ohne diese Funktion erfüllen zu können? In Großbritannien und vor allem in den USA gibt's da echte Probleme. Denn das dort genossene Weißbrot ist geschmacklos, inhaltslos und gesundheitsschädlich - nicht durch die Stoffe, die es enthält, sondern durch die Stoffe, die es nicht enthält. Denn Untersuchungen haben ergeben, dass der Nährstoffgehalt des amerikanischen Weißbrots sich auf Kohlehydrate beschränkt, die nicht wirklich sättigen, aber dick und ungesund machen. Aber wie kam es zu diesem Nahrungsmittel, das gar nicht nährt?

Schuld sind wieder mal Mythen. In einem alten englischen Kinderreim sagt der Knabe stolz: Wenn ich einmal reich bin, dann ess ich nur noch Weißbrot. Denn dunkles Brot war den Armen vorbehalten, und wer sich's leisten konnte, der aß Weißbrot. Wer sich's leisten konnte, der trug eine weiße Hautfarbe zu Tage, denn sonnengebräunte Menschen zeigten, dass sie arbeiten mussten und mithin den niederen Schichten angehören.

In den USA wurde Brot zunächst von kleinen Bäckereien hergestellt, und die Qualität bzw. der Mangel an selbiger war um 1900 bald unerträglich. So verkündete die 1910 gegründete "Ward Bakery" stolz: Unser Brot wird nicht von schmutzigen Händen berührt. Brot musste per Gesetzt auch verpackt werden, doch dann konnte man es nicht mehr riechen. Also wurde, als Qualitätsangabe, das Brot gedrückt - je weicher, desto besser. Schließlich wurde das Brot so weich, dass man es zu Hause nicht mehr schneiden konnte. Also wurde es vorgeschnitten, unser Toastbrot war geboren. Das aber war inzwischen so weich, dass man es kaum in der Hand halten konnte. So musste es zu Hause noch geröstet werden. Später kam man drauf, dass im Brot nichts drin ist. Also wurde es mit Zusatzstoffen versehen. Es schmeckt immer noch nicht, es nährt immer noch nicht. So kann ein Mythos - weiß und labbrig = gesund - die Gesundheit ruinieren.

Fazit: Bleiben wir bei unseren eigenen Mythen, die sind manchmal nicht schlecht!

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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