Notizen 086

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Was den Todespiloten bewegte

Warum hat der Pilot Andreas Lubitz 150 Menschen in den Tod gerissen? War er ein Massenmörder oder das 150ste Opfer? Niemand versteht die Motive - dabei liegen sie offen. Exklusiv für Seniorbook: ein Blick ins Innere eines Menschen, den keiner versteht. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Drei Dinge, an die ich mich nicht gewöhnen kann

Als Senior hat man's schwer. Bei den jungen ist man unten durch, weil man "The Gossip" nicht kennt und "Queensberry" für eine Handy-Firma hält. Mit den alten will man nichts zu tun haben, das ist man ja selber. Und sich ändern und dem neuen Geschmack anpassen? Muss das sein?

 

Ich hab's versucht, aber bei drei wichtigen Bereichen des Lebens der Gegenwart ist es mir nicht gelungen, und ich weiß immer noch nicht, ob ich das bedauern muss oder stolz darauf sein darf.

(1) Moderne Technik

Natürlich nutze ich den Rechner mit all seinen tollen Möglichkeiten: Beim Schreiben werden Rechtschreibfehler gleich angezeigt; beim Überspielen der Fotos von der Digitalkamera kann ich die Bilder gleich aufhellen, schärfen oder retuschieren. Beim Aufnehmen und Bearbeiten von Filmen kann ich die Werbeeinlagen herausschneiden. Und durch elektronische Recherche komme ich an Dokumente, die ich sonst nie erreichen würde. Von der internationalen Kommunikation über e-mails und soziale Netzwerke ganz zu schweigen.

Und natürlich benutze ich auch ein Handy. Mit dem kann ich telefonieren und Kurznachrichten verschicken, sonst nichts. Keine Fotos, keine Filme, kein Internetzugang, kein eingebautes Navi, keine Taschenlampe, keine "Apps", die mir sagen, wo das nächste Restaurant liegt oder die nächste dringend benötigte öffentliche Toilette.

Jüngst wollten meine Kinder mir sowas schenken. Doch allein beim Ausprobieren packte mich unerwarteter Frust: Meine Hände sind zu groß, meine Finger zu grob. Eigentlich können nur dressierte Mäuse sowas bedienen, scheint mir. Kaum halte ich das Gerät in der Hand - ohne es einzuschalten! - schon hab ich aus Versehen drei unsichtbare Schalter gedrückt. Jetzt bin ich, ohne es zu wollen, im Internet, hab die Kamera aktiviert, und jeder kann sehen, wo ich mich aufhalte und was ich tue. Wenn ich dann versuche, etwas einzustellen, hilft mir das Gerät durch Sprachein- und ausgabe, und ich lande dort, wo ich keinesfalls hin wollte. Von den tausend anderen Dingen, die man damit kann, ganz zu schweigen. Nein danke, lieber nicht - und das nicht wegen der NSA, die alle meine Bewegungen überwacht. Das wäre mir egal, aber die Bildschirm-Wischerei im richtigen Tempo mit dem richtigen Druck, mit Zeigefinger, Daumen oder Nagel des kleinen Fingers (je nach Funktion), das ist mir zu kompliziert.

(2) Moderne Kunst

Als ich aufwuchs, hatten Kunstwerke noch eine Form. Romane oder Kurzgeschichten begannen am Anfang und hörten mit einem Ende auf. Gemälde zeigten etwas, das irgendwie nachvollziehbar war. Popmusik besaß Rhythmus und Struktur. Das ist alles verschwunden. Literatur wurde beliebig, Musik austauschbar, Kunstwerke ähneln Müllhalden, Tanzakte ahmen Bewegungen mittelalterlicher Veitstänzer nach. Das ist natürlich alles Kunst, aber es spricht mich nicht an. Beliebigkeit, Austauschbarkeit, Strukturlosigkeit, Chaos - wozu brauche ich da Kunst? Lieber als Banause dastehen als sich langweilen!

(3) Moderne Kommunikation

Ich will nicht das Lob der guten alten Familie singen, denn die war oftmals Brutstätte übler Unterdrückung. Dennoch kann ich mich manchmal nur wundern, wenn ich eine Familie sehe, beim Spaziergang, im Biergarten, oder bei der häuslichen Weihnachtsfeier, wo jeder in das eigene Handy starrt und, wenn man Glück hat, lautlos mit irgendjemand kommuniziert oder die Tageszeitung liest, während sich die anderen miteinander unterhalten - über Handy. Am schlimmsten stößt mir das beim Tanzen auf. Da herrscht eigentlich die Übereinkunft, dass die Damen da sitzen und die Blicke der Männer einfangen, um dann mit ihnen, so ein Blickkontakt zustande kam, die nächsten Tänze zu zelebrieren. Doch die Damen starren in ihre Handys, und mit Blickkontakt ist nix, mit klassischer Aufforderung (sich vor die Dame stellen, "Darf ich bitten?" sagen) auch nicht, denn die so Beschäftiget hört und sieht nichts.

Zugegeben, soziale Netzwerke sind toll. Auf Facebook durfte ich mit Millionen anderen mal miterleben, wie ein Bekannter seine Klotür strich. Jeden Tag zeigte er stolz seinen Fortschritt, und wir durften mit wachsender Faszination zusehen, wie die nackte Tür sich langsam in ein Kunstwerk verwandelte. Ob er's fertig gekriegt hat, weiß ich bis heute nicht, denn plötzlich riss der Bilderstrom ab. Tja, spannend, da muss ich doch was versäumt haben.

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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