Notizen 078

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Was ist Wahrheit?

Nachdem der Ausdruck "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres 2014 erklärt wurde, stellt sich die Frage: Was ist denn das Gegenteil von Lüge, also Wahrheit? Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Was bringt 'positives Denken'?

Vor einigen Jahren war die Methode des 'positiven Denkens' populär. Mit ihrer Hilfe sollten Pessimisten zu Optimisten werden und Optimisten noch glücklicher. Hübsche Idee - die Frage ist nur: Klappt das wirklich?

Aus empirischen Untersuchungen wissen wir, dass Optimisten mehr Abwehrstoffe besitzen, und schneller gesund werden. Pessimisten fangen sich leichter eine Grippe und laborieren länger daran. Schlimmer noch: Optimisten erreichen tatsächlich mehr im Leben, weil sie etwas ausstrahlen, was andere positiv stimmt, sodass sich ihnen mehr Türen öffnen als denjenigen, die griesgrämig, verzagt oder gar ängstlich anderen gegenüber treten. Soweit die Fakten.

Nun drehen die Anhänger des "positiven Denkens" die Sache um und sagen: Wenn du kein geborener Optimist bist (ja, auch sowas ist angeboren!), dann zwinge dich geistig dazu. Und da es um eine längerfristige Angelegenheit geht, musst du dich jeden Tag dazu zwingen. Was dir dabei hilft, ist lächeln.

Auch hier können sich die Verfechter dieser Eigentherapie auf empirische Fakten stützen. Tatsächlich hebt sich die Stimmung, wenn sich die Mundwinkel heben. Wir können also den Seelenzustand durch unsere Mimik beeinflussen. Zumindest vorübergehend. Aber auf Dauer? Und funktioniert die Sache auch bei unglücklichen oder gar depressiven Menschen? Da haben Untersuchungen gezeigt, dass die - scheinbar vernünftigen - Grundannahmen nicht mehr zutreffen. Ein ängstlicher oder unglücklicher Mensch wird durch positives Denken noch ängstlicher oder unglücklicher. Der Grund: Da die Methode ja angeblich funktioniert, bei ihm aber nicht, gibt er sich selbst die Schuld daran, aus seiner Misere nicht herauszukommen. Ich habe eben zu wenig positiv gedacht, denkt er, ich bin eben ein Versager. So schlägt ein scheinbar gutes Argument ins Gegenteil um.

Dazu kommt noch etwas anderes. Positives Denken, an der falschen Stelle angewandt, ist wie eine Soße, die über eine verdorbene Speise geschüttet wird: Jetzt schmeckt die Speise zwar halbwegs, aber das verfaulte Zeugs ist immer noch da und rumort später im Magen. "Verdrängung" nannte Sigmund Freud das. Seine Methode, mit Kindheitstraumatas fertig zu werden: die alten Wunden wieder aufbrechen lassen, damit der seelische Eiter, der unter den Narben der Erinnerung verschütte liegt, endlich abläuft, sodass sich gesundes Gewebe neu bilden kann. So ähnlich arbeitet auch die Homöopathie: Erst muss sich die Krankheit entfalten, dann kann der Mensch gesund werden. Nicht immer hat die Methode Erfolg, aber wer die Vergangenheit verdrängt, hat später Probleme damit - was übrigens auch im politischen Bereich gilt.

Verdrängen von negativen Gefühlen hilft also nichts. Die Methode, wieder positiv zu werden, liegt darin, negative Emotionen - Schmerz, Trauer, Wut, Angst - voll zuzulassen. Nur auf diese Weise können diese Gefühle (die oft durchaus sinnvoll sind) auch wieder verschwinden. Und danach ist positives Denken angesagt: Such dir Methoden, mit deren Hilfe du deine Probleme lösen kannst - oder Menschen, die dir dabei helfen.

Möglicherweise haben aber auch die Verbreiter des positiven Denkens einen ihrer "Väter", den amerikanischen Schriftsteller Dale Carnegie (1888 - 1955), missverstanden. Der hat nämlich nicht gesagt: Denke jeden Tag, du bist der Größte. Carnegie hat etwas ganz anderes propagiert: Sieh in deinem Nächsten immer irgendetwas Gutes. Der "Nächste" muss nicht dein Partner sein. Es kann auch der Beamte sein, der dich abblitzen lässt; der überarbeitete Polizist, der dich anschnaubt; der Unbekannte in der Straßenbahn, der dir dienen Platz wegnimmt; vielleicht sogar dein Chef, der dich mobbt. Sie alle haben etwas Positives. Finde es und zeigt es ihnen. Danach geht es den anderen besser - und dir auch.

Das ist das wahre positive Denken!

 

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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