Notizen 077

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Mein neues Wort zum Sonntag:

Sparen oder reformieren?

Die Griechen haben genug von Merkels "Spardiktat". Sie wollen nichts zurückzahlen und die Troika zum Teufel schicken. Dabei handelt es um ein sprachliches Missverständnis. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

 

Müssen wir solidarisch sein?

Deutschland hat Geld, Griechenland nicht. Deutschland sollte solidarisch mit einem europäischen Brudervolk sein und es finanziell unterstützen, meinen die einen. Die Griechen sollen sich mal anstrengen und selber was tun, meinen die anderen. Wer hat Recht?

Als ich noch beim P.M.-Computerheft arbeitete, wurde mir eines Tages bewusst, dass ich mehr tue als meine Mitautoren. Um die Sache zu präzisieren, zählte ich die Zeilen meiner publizierten Artikel, fügte (nach einer komplizierten Formel) meine Stunden zur Bearbeitung und Korrektur von Fremdprogrammen hinzu, stellte das alles grafisch dar und präsentierte es meinem Chef. Der sah es nur kurz an und meinte dann: In jeder Redaktion gibt es welche, die arbeiten, und andere, die nur so tun. Bei 100 Leuten arbeiten drei richtig gut, den Rest kann man vergessen. Besonders zufrieden war ich mit der Antwort nicht, weil ich dachte, wir leben in einem Land, in welchem das Leistungsprinzip gilt. Das gilt aber beispielsweise nicht für Löwinnen in einem Rudel (alle nahe verwandt) auf der Jagd. Da gibt es, haben Zoologen festgestellt, Individuen, die immer die ersten sind, viel riskieren, oft verletzt werden. Andere bleiben immer im Hintergrund und fressen nachher gleich viel wie die Aktiven. Die Löwinnen scheinen daran keinen Anstoß zu nehmen, aber die sind ja auch eine Familie. Sind wir das in Europa auch?

Das Problem ist ziemlich alt und in den Sozialwissenschaften als Allmende-Dilemma bekannt (vom Mittelhochdeutschen Allmende = "was allen gemein ist". Gemeint ist das gemeinsam bewirtschaftete Weideland). Die Sache ist ganz einfach: Wenn einer der Nutzer sich sagt, eine Ziege mehr, das merkt keiner, und alle so handeln, ist die Allmende in kurzer Zeit kaputt. So geschah es oft, so geschieht es gerade jetzt mit der größten aller gemeinsamen "Weideflächen", dem Planeten Erde. Denn zur Allmende gehören nicht nur Weideplätze, wie die Meere, die derzeit total überfischt werden, sondern auch Müllplätze, in diesem Fall die Atmosphäre und wiederum die Meere, die als globale Müllkippen dienen und damit ihre Funktion in naher Zukunft durch den Egoismus einiger Weniger verlieren. Wer solche Weidegründe auf rein egoistische Weise nutzt, heißt in den Sozialwissenschaften auch Trittbrettfahrer, das ist einer, der auf Kosten der Gemeinschaft lebt und selber nichts dazu beiträgt (und auch keinen Anreiz dafür erhält). So wie die feigen Löwinnen. Oder wie manche Mitglieder der deutschen Piratenpartei, die von Sozialhilfe leben und dafür nichts tun wollen. Oder manche Nationen, die meinen: Wer Geld hat, soll für uns zahlen.

Aber was kann man dagegen tun? Solange die Trittbrettfahrer wissen: Mir passiert nichts, wird sich auch nichts ändern. Im Zweifelsfall bekomme ich beliebig viel Geld, weil, wir sind zu groß, um Pleite zu gehen. Also machen wir weiter wie bisher. Computerwissenschaftler haben primitive Sozialverbände (also virtuelle Bakterienkulturen) im Computer erschaffen und ihr Verhalten untersucht. Ergebnis: Nur die Gruppen überlebten, in denen sich eine Art Polizei heranbildete, welche gemeinschädigendes Verhalten ahndete. Ähnliches haben Allmende-Forscher festgestellt. Überlässt man die Allmende ungezügelt der Allgemeinheit, geht sie in kurzer Zeit kaputt. Verwaltet man sie zentral und von der Ferne, hilft das auch nicht viel. Diktatoren haben in Gemeingütern nichts zu suchen. Am besten ging es den Gemeinschaftsgütern, die sich selbst verwalteten, also eine Art Genossenschaftsregierung bildeten, genaue Regeln bezüglich Zugang und Nutzung der Güter aufstellten und Übertretungen dieser Regeln sofort ahndeten. Solidarität ja, für die Gemeinschaft, nein für diejenigen, welche die Gemeinschaft aus Egoismus kaputtmachen.

Europa hat noch einen langen Weg ...

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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