Notizen 070

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

Mein Wort zum Sonntag: Die sieben Hauptsünden, Teil 3

Im Mittelalter gab es sieben Hauptsünden (nicht: Todsünden) als Grundlage für alle anderen Sünden der Menschen. Haben sie heute noch irgendeine Bedeutung? Hier die letzten drei dieser Sünden und ihr Bezug zur Gegenwart. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

Mein Wort zum Sonntag: Wer ist wirklich glücklich?

Im letzten Beitrag über 'Glück' haben wir verschiedene Formen von Glück kennengelernt, darunter auch die Fähigkeit des menschlichen Körpers, Glücksgefühle hervorzurufen, wenn in seinen Adern sogenannte Glückshormone fließen. Das können auch schwere Drogen - aber führen diese wirklich zum dauerhaften Glück?
 

Anstelle von drogeninduzierten Glücksgefühlen können wir Endorphine auch ganz legal erzeugen, zum Beispiel durch extreme Belastung des Körpers (Marathonlauf, Fasten und Meditieren, Extremklettern), weil sie dann auf natürliche Weise freigesetzt werden - und süchtig machen (Bergsteigen , Bungee-Springen , Achterbahnfahren) oder auch zum Tod führen (Bergklettern, Marathonlauf).

Der amerikanische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi nennt einen länger andauernden Zustand dieser Art "Flow", also Fluss. Das Erreichen dieses Zustands (den zum Beispiel. auch ein Chirurg, ein Rennfahrer oder ein Tänzer erlebt) ist jedoch nicht möglich ohne ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Leistung körperlicher oder geistiger Art. Seine Erkenntnis: "Wenn man nicht mit sich selbst befasst ist, hat man die Möglichkeit, die Vorstellung dessen, was man ist, auszuweiten. Der Verlust des Selbstgefühls kann zur Selbsttranszendenz führen, einem Gefühl, dass die Grenzen des Seins ausgedehnt werden können."

Klingt nach Meditation. Und tatsächlich kommen Buddhisten auf ganz anderen Wegen zu ähnlichen Zuständen. Für sie ist der Mensch dann glücklich, wenn er nichts mehr fühlt, also alle Sorgen, Ängste und Schmerzen abgeworfen hat. Erreicht wird dies durch Entsagung, Askese und Meditation, doch dabei gehen auch alle Freuden, Begeisterungen, Ekstasen und kleinen Glücksmomente für erfolgreiche oder einfach geglückte Aktionen verloren. Leben wir dann eigentlich noch? Oder schweben wir in einem Zustand zwischen Wachen und Schlaf, zwischen Leben und Koma?

Besser kommen wir dem Glück näher, wenn wir in der Bibel oder in Märchenbüchern nachschauen. Bei Lukas 6,20 finden wir den bemerkenswerten Satz:

Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.

Was darauf hinweist, dass unser Glücksgefühl in großem Maße von unseren Erwartungen abhängt. Vielleicht behaupten deshalb die Einwohner von Bangladesch sie wären glücklich, weil sie zwei warme Mahlzeiten pro Tag erhalten, aber nur eine erwarten.

Oder die Sprachforschung hilft uns weiter. Was bedeutet das Wort eigentlich im Deutschen? 'Glück' kommt vom mittelniederdeutschen 'gelucke', das ist der günstige Ausgang eines Ereignisses, im Sinne von "hat der wieder mal Glück gehabt". In diesem Sinn gibt es Glückspilze wie Gustav Gans aus Entenhausen, der im amerikanischen Original "Gladstone Gander" heißt, also "Glückssteinerpel". Er ist in gewissem Sinn die moderne Form vom Hans im Glück, den die Brüder Grimm im gleichnamigen Märchen so schildern:

Hans erhält als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen Gold. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gibt er für einen Schleifstein mitsamt einem einfachen Feldstein her. Er glaubt, jeweils richtig zu handeln, da man ihm sagt, ein gutes Geschäft zu machen. Von Stück zu Stück hat er auf seinem Heimweg scheinbar weniger Schwierigkeiten. Zuletzt fallen ihm noch, als er trinken will, die beiden schweren Steine in einen Brunnen. "So glücklich wie ich", rief er aus‚ "gibt es keinen Menschen unter der Sonne". Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war. Endlich war er glücklich, die schweren Steine nicht mehr tragen zu müssen.

Erfüllte Sozialbeziehungen statt materieller Last als Grundlage des individuellen Glücks - keine schlechte Idee!

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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