Notizen 058

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Noch mehr Aphorismen, selbstgestrickt

Zur Ablenkung von den Schrecknissen der Welt: hier ein paar Seelen-Bonbons zum Verzehr vor dem Abendessen. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Mein Wort zum Sonntag: Aphorismen, selbstgestrickt

Besinnliches:

 "Wer bist du?" fragte ihn der Richter der Toten. Er aber blieb stumm, denn er wusste keine Antwort. Doch der Totenrichter beharrte auf einer Entgegnung, und so sagte der Mann vor dem Richter nach langem Zögern:

 Ich bin ein Sandkorn im Staub des Universums.

Ich bin ein Atomfragment im Kosmos der ewigen Dunkelheit.

Ich bin ein Wellenkräusel im Meer des Unendlichen.

Ich bin eine unendlich kleine Größe in der Stufenfolge des immer Fortschreitenden.

Ich bin ein i-Punkt in der Bibliothek zu Babel mit ihren unendlich vielen Büchern.

Ich bin ein verwehter Gedankenfetzen im Bewusstsein des Universums.

"Und was", fragte ihn der Richter der Toten, "hast du in deinem Leben getan?" Da antwortete der Mann ohne Namen:

- Ich habe lauwarmes Wasser getrunken und dachte, es wäre Wein.

- Ich habe Wein getrunken und gedacht, es sei Wasser.

- Ich habe ein paar Katzen gestreichelt und geglaubt, sie genössen meine Hand.

- Ich habe geredet und gedacht, die Leute hören mir zu.

- Ich habe zugehört und gedacht, ich verstehe mein Gegenüber.

- Ich habe den Hauch der blauen Dämmerung gesehen und gedacht, dies wäre die gleißende Wüstensonne.

- Ich habe Menschen vor den Kopf gestoßen, und die haben's nicht einmal bemerkt.

- Ich habe mich an der Schönheit mathematischer Formeln begeistert und gedacht, dies sei die Wirklichkeit.

- Ich habe mich eingeschlossen und geglaubt, dies sei die große weite Welt.

- Ich habe geträumt und gemeint, ich sei wach und lebe.

- Ich bin erwacht und habe es nicht einmal bemerkt.

- Ich habe die Dunkelheit eines schmierigen Tanzsalons für die Wunder der Welt gehalten.

- Ich habe einen Doppelstern gesehen, sogar mit freiem Auge. (Immerhin, es war Epsilon Lyrae.)

- Ich habe meinen Verstand benutzt und geglaubt, ich denke.

- Ich habe mein Herz geöffnet und gedacht, ich liebe.

- Ich habe mich zurück gelehnt und gedacht, ich lebe.

- Ich habe das Zirpen von Grillen gehört und geglaubt, es sei Musik.

- Ich habe einen Schwarm von Glühwürmchen gesehen und gedacht, dies sei die Unendlichkeit.

- Ich habe Staub gewischt mit meinen Fußsohlen und gedacht, ich tanze.

Da schüttelte der Richter der Toten sein Haupt und sprach sein schreckliches Urteil: "Ich verurteile dich zu einem Leben voll Risiko und Gefahr, voll tiefer Gespräche und seichter Gesten, voller Menschen und Bewegungen. Mögest du niemals zur Ruhe kommen und endlich erwachen!"

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Er sah das Leben, wie es ist: als Freudenfest mit guten Freunden. Er wurde alt; die 'Freunde' mieden ihn, und er starb einsam und verlassen.

Er sah das Leben, wie es ist: als Jammertal im Trog des Alltags. Es kam, wie's kam: Die Nachbarn mieden ihn, und er starb einsam und verbittert.

Er sah die Menschen, wie sie sind: ein wenig fröhlich, manchmal traurig, immer einsam. Er sprach mit ihnen; er baute Brücken, wo er ging, und er ging viele Wege. So starb er, einsam und vergessen...

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Der Ruf seiner Weisheit drang in alle Länder. Sie scharten sich um ihn, wo immer er ging, und lauschten in tiefster Ehrfurcht seinem Schweigen.

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Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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