Notizen 056

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Achtung, mehr Deutsche!

 

Es gibt eine Beratungsstelle für Amerikaner, die beruflich in Deutschland zu tun haben: wie sie sich in Deutschland und den Deutschen gegenüber zu verhalten haben. Hier noch mehr Ausschnitte, vom Berichterstatter leicht bearbeitet. Achtung: Amerikaner haben Humor!

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Mein Wort zum Sonntag: Kompliment oder Beleidigung?

Dass es Komplimente gibt, die man sich besser verkneifen sollte, hat in Deutschland inzwischen wohl jede(r) begriffen. Nur an der Umsetzung dieser Erkenntnis hapert es noch. Das führt zu der Frage: Wie reagiert man (pardon: frau) auf eine handfeste, unverfrorene Beleidigung?

Die Antwort ist vergleichsweise einfach. Sie lautet: Sofort reagieren, freundlich und bestimmt. Nur dann ist eine Wirkung möglich, Beleidigtsein hilft nichts, Schmollen erst recht nicht.

Doch was gilt, wenn der Beleidigende eine gewisse Autorität besitzt und eine Konfrontation problematisch sein könnte? Dazu hat die jüdische Schriftstellerin Hanna Ahrendt unlängst etwas sehr Kluges gesagt. In einem SPIEGEL-Essay (Ausgabe 6/2013) wird sie von Elke Schmitter folgendermaßen zitiert:

Man muss sich wehren. Wenn etwa von meinen Lehrern antisemitische Bemerkungen gemacht wurden, dann war ich angewiesen, sofort aufzustehen, die Klasse zu verlassen, nach Hause zu kommen, und allesgenau zu Protokoll zu geben. Dann schrieb meine Mutter einen ihrer vielen eingeschriebenen Briefe.

Aber:

Wenn es von Kindern kam, habe ich es zu Hause nicht erzählen dürfen. Das galt nicht. Was von Kindern kommt, dagegen wehrt man sich selber.

Die Wissenschaft hat die Wirksamkeit der sofortigen Reaktion auf Unangenehmes bestätigt. Der amerikanische Politologe Robert Axelrod lud eine Reihe von Mathematikern, Computerwissenschaftlern, Programmieren, Spieltheoretikern, Physikern und Psychologen ein, sich an einem Wettbewerb der besonderen Art zu beteiligen. Jeder sollte ein von ihm selbst geschriebenes Computerprogramm in BASIC abliefern, das bestimmte Verhaltensweisen (egoistisch, betrügerisch, kooperativ, verzeihend, usw.) simulieren sollte. Diese Programme sollten dann gegeneinander antreten, jeder gegen jeden. Wer am Ende die meisten Punkte eingesammelt hatte, sollte Sieger sein. Wie kann man so etwas Komplexes wie menschliche Verhaltensweisen auf einem Computer simulieren, noch dazu mit einer so einfachen Programmiersprache wie BASIC? Kein Problem, man muss nur den Mut haben, die Welt so einfach darzustellen, dass sie in ein paar BASIC-Zeilen passt und dennoch die Wirklichkeit halbwegs realistisch widerspiegelt. Dazu wird das Ganze als strategisches Spiel betrachtet, mit Gewinn und Verlust, je nachdem, wer mit wem zusammentrifft. Und das geht so:

Erst teilt man die Individuen der Computerwelt in zwei Klassen ein: solche, die ehrlich sind und gerne kooperieren. Sie erhalten das Etikett "E" (für "ehrlich"). Die anderen mogeln: Sie tragen das Erkennungszeichen "M". Treffen nun zwei Individuen aufeinander, so verhalten sie sich gemäß ihrer Strategie, ohne dass sie wissen, was der andere macht. Als nächstes gibt es Belohnungen und Bestrafungen. Treffen zwei Ehrliche aufeinander, erhält jeder drei Punkte. Treffen zwei Mogler aufeinander, erhält jeder von ihnen nur einen Punkt. Trifft ein ehrliches Individuum auf einen Mogler, erhält der Mogler fünf Punkte, der andere gewinnt nichts oder verliert sogar einen Punkt. Wie man sieht, gibt es keine Strategie, die von vornherein die meisten Punkte sammelt. Immer mogeln würde nur lohnen, wenn der andere immer ehrlich ist.

Erstaunliches Resultat: Das einfachste Programm mit Namen "Tit for Tat" (Wie du mir, so ich dir") wurde Sieger. Auf einen freundlichen Gegner reagierte es freundlich, auf einen betrügerischen Gegner mit Betrug - aber immer erst nachher, denn vorher war das Verhalten des Opponenten ja unbekannt. Danach verzieh das Programm und war weiterhin kooperativ; es 'schmollte' nicht.

Erstaunlich: Kurzfristig war "Tit for Tat" der Verlierer, langfristig der Gewinner. Es kommt eben auf die richtige Mischung an. Gefragt ist eine geschickte Kombination aus Optimismus ("Die Menschen sind von Natur aus ehrlich"), Realismus ("Es gibt auch Betrüger") und Flexibilität ("Ich passe mich dem anderen an"). Ob wir daraus etwas lernen können?

Dieser Artikel (mit Abbildungen und Kommentaren) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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