Notizen 051

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Eine Formel beherrscht die Welt

 

Gibt es eine mathematische Formel, welche die Welt beherrscht? Es gibt sie, aber so gut wie niemand redet darüber.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Welche Auswirkungen hat das Beschneidungsgesetz?

Am 10. 2013 Oktober verabschiedete das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Legalisierung der Beschneidung minderjähriger Knaben. Welche rechtlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen hat dieser Beschluss?

Die damalige Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sprach von einer "Sternstunde" des deutschen Bundestags im Sinne der Religionsfreiheit, Kritiker des Gesetzes von einem "schwarzen Tag für Kinderrechte". Dabei wurde über fünf Fragen abgestimmt: Dürfen Eltern über die Beschneidung ihrer Kinder aus religiösen Gründen entscheiden? (Mehrheit: ja). Dürfen auch Personen der Religionsgemeinschaften die Beschneidung durchführen? (Mehrheit: nein). Sollen Kinder ihre Beschneidung selbst bestimmen? (Mehrheit: nein). Soll der Wille des nicht urteilsfähigen Kindes bei der Beschneidung beachtet werden? (Mehrheit: nein). Soll vor der Beschneidung ärztliche Aufklärung Pflicht sein? (Mehrheit: nein).

Die Kritiker des Gesetzes führen an, dass es gleich gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes verstößt. Dazu muss gesagt werden, dass die im Grundgesetz (also in der Verfassung) festgelegten Grundrechte des Staatsbürgers durchaus eingeschränkt werden können. Beispielsweise ist die Bewegungsfreiheit bei Strafgefangenen nicht die gleiche wie bei Normalbürgern. Allerdings besagt Artikel 19 des Grundgesetzes: "Soweit ein Grundrecht auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muss das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muss das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen." Und: "In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden." Nur Artikel 1 Artikel 1 darf niemals beeinträchtigt werden, der da besagt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Soweit zu den Grundrechten. Nun verstößt aber das Beschneidungsgesetz nach Auffassung der Kritiker gegen vier dieser Grundrechte. An erster Stelle nennen sie dabei Artikel 4. Der besagt sinngemäß: Die Freiheit der Religion ist unverletzlich.

Tatsächlich wird aber ein beschnittener Knabe zwangsweise an eine Religionsgemeinschaft gebunden - das war ja auch der ursprüngliche Sinn der Beschneidung, zumindest bei den Juden der Antike. Bei 1. Mose 17.11 heißt es dazu: "Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch." Die frühe Beschneidung bei den Juden unterstützt diese Tatsache. Denn, wie ein Rabbi in einer Diskussionsrunde zynisch sagte: Wenn wir dem Knaben erst mit 14 erlauben, sich für oder gegen die Beschneidung zu entscheiden, dann entscheidet er sich womöglich dagegen, und das wollen wir nicht.

Zudem monieren die Kritiker, das Beschneidungsgesetz verstoße gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, dessen zwei Absätze lauten: (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt.Mit dem Beschneidungsgesetz, so der Vorwurf, werde aber ein Gesetz geschaffen, das eindeutig nur ein Geschlecht betreffe.

Diese Ungleichbehandlung kann man abschaffen, meint (vermutlich gar nicht zynisch, sondern durchaus ernsthaft) der ägyptische Gynäkologe Mohamed Kandeel, Professor an der Universität in Menofiya. Er fordert: Elternrechte sollten weltweit so ausgedehnt werden, dass sie auch die Beschneidung ihrer Töchter umfassen. Schließlich gibt es Personen, die ihre Töchter aus religiösen Gründen beschneiden, und warum soll ein Geschlecht gegenüber dem anderen oder eine Religion gegenüber den anderen bevorzugt werden. Vom Standpunkt der Logik kann man ihm nicht widersprechen. Aber will man in diesem Fall diesen Standpunkt einnehmen?

Aus Sicht seiner Gegner verstößt das Beschneidungsgesetz zudem gegen Artikel 2 des Grundgesetzes, der besagt: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Die sei in diesem Fall sicherlich nicht gegeben. Und schließlich verstoße das Beschneidungsgesetz auch noch gegen Artikel 1, der, wie erwähnt, nicht eingeschränkt werden darf: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Über den Begriff "Würde" kann man streiten, aber nach meinem Dafürhalten ist die Menschenwürde nicht gewahrt bei einem hilflosen Säugling, der ohne sein Einverständnis an seiner empfindlichsten Stelle dauerhaft verstümmelt wird, egal, ob der Eingriff harmlos ist oder nicht.

Nicht vergessen werden sollten die Auswirkungen des Gesetzes auf die Beziehungen der Deutschen zu den Mitbürgern jüdischen und muslimischen Glaubens. Denn nun wird es schwer, antisemitische oder ausländerfeindliche Parolen einfach zu widerlegen. Wurde das Gesetz beschlossen, weil Frau Charlotte Knobloch gedroht hat, die Juden würden Deutschland verlassen, wenn die Beschneidung strafbewehrt bleibe? Oder wurde das Gesetz beschlossen, um den lukrativen Handel mit U-Booten und anderen Waffen nicht zu stören? Wie kann man diese Argumente widerlegen?

Dieser Artikel (mit Abbildungen) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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