Notizen 050

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Eine Krankheit, die es nicht gibt (oder doch?)

 

Das letzte Mal haben wir uns Gedanken gemacht über unsere unterschiedlichen Auffassungen von Krankheiten. Heute geht es um eine Krankheit, die es nicht gibt - und um eine zweite, die es eigentlich auch nicht gibt.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Mein Wort zum Sonntag: Die Macht der Unterstellung - warum wir uns so schlecht verstehen

 Vor einigen Jahren schockierte eine Meldung die Leser diverser Tagezeitungen. Rettungssanitäter hatten in einer Wohnung eine alte Frau gefunden, die hilflos vor sich hindämmerte und auch noch ans Bett gefesselt war. Die Familie schien sich nicht um ihre Angehörige gekümmert, sondern sie, im Gegenteil, auch noch fixiert zu haben.

Die Empörung der Medien (und natürlich der Leser) war groß, die Familie fortan verfemt. Später stellte sich heraus, was wirklich los war: Die Gefesselte war dement und nutzte jede Gelegenheit davonzulaufen. Schon mehrmals war sie verschwunden gewesen und nur durch Zufall wieder gefunden worden. Um ihr einen üblen Tod in Einsamkeit und Kälte zu ersparen, wurde sie gelegentlich ans Bett gefesselt, jedenfalls dann, wenn die Möglichkeit zur Flucht (zum Beispiel durch offene Türen) gegeben war.

Ein anderer Fall ging jüngst durch die Presse. Peer Steinbrück war wieder mal ins Fettnäpfen getreten und hatte behauptet, die Bundeskanzlerin verdiene zu wenig, woraus die Leserschaft schloss, er wolle als eventueller Bundeskanzler mehr verdienen. Diese Idee passt schließlich auch gut zu dem Bild, das wir uns von ihm machen: geldgierig und alles andere als sozial. In Wirklichkeit war die Sache ein wenig anders gelaufen: Ein Reporter hatte Steinbrück gefragt, ob er das Gehalt der Bundeskanzlerin für angemessen halte, und Steinbrück hatte auf die Frage korrekt geantwortet. Er hätte ja auch sagen können: Lassen Sie mich mit diesen idiotischen Fragen in Ruhe. Tat er aber nicht, dazu war er zu höflich.

Einen besonders krassen Fall zeigte die BBC als Musterbeispiel der Unzuverlässigkeit medialer Ereignisse. In einem konfliktgeladenen arabischen Land (welches, tut nichts zur Sache) läuft eine Gruppe von Männern, Frauen und Kindern (nennen wir sie "A") von links nach rechts über das Bild. Eine zweite Gruppe von Männern, Frauen und Kindern (nennen wir sie "B") läuft ebenfalls von links nach rechts in größerem Abstand über das Bild. Die BBC zeigte nun, wie dieses Kurzvideo von verschiedenen Sendern völlig unterschiedlich gedeutet wurde. In einer Deutung verfolgten die B-Leute die A-Leute, um sie zu massakrieren. In einer zweiten Interpretation verfolgten die B-Leute die A-Leute, um ihnen zu helfen. In einer dritten Deutung laufen beide von einem gemeinsamen Feind davon. In einer vierten ... es reicht.

Doch wir müssen nicht auf Medien und Kriege zurückgreifen. Solche Dinge erleben wir vermutlich jeden Tag selber. Zwei solche persönlichen Erlebnisse aus der Tango-Szene will ich hier erzählen:

Ein Tangopaar, sie Lehrerin, er Musiker, hatte sich getrennt und wieder zusammengefunden. Bei einem Live-Konzert mit einem fantastischen Orchester (zu dessen Musik man wunderbar tanzen konnte) saßen sie nur schweigsam am Tisch und starrten aneinander vorbei. "Mit denen ist wohl wieder nichts" sagte ich zu meiner Frau, aber das glaubte sie nicht. So setzte sie sich zu ihnen und erfuhr die ganze Wahrheit: Er wollte erst gar nicht mitgehen, aber nicht, weil er Beziehungsprobleme hatte, sondern wegen seines absoluten Gehörs! Jede Verstimmung eines Instruments (die unvermeidlich bei jedem Instrument irgendwann mal eintritt) bereitete ihm körperliche Qualen. So saß er bei der Live-Musik da und zwang sich mit großer Willenskraft, nicht aus der Haut zu fahren.

Ein uralter Bekannter, mit dem ich schon Folklore getanzt hatte, kam auch zum Tango, freute sich, mich dort auch zu sehen, machte "Karriere" (tanzte also auch mit Tanzlehrerinnen) und distanzierte sich scheinbar zunehmend von mir, ein Prozess, den ich schon oft erlebt hatte. Er grüßte mich nicht mehr, redete nicht mehr mir, auch wenn ich ihn ansprach, und zuletzt lehnte er sogar eine Freundschaftsanfrage auf Facebook ab.

Eines Abends kam er mit einer gemeinsamen Bekannten, und als wir uns zufällig in der Garderobe trafen, sagte die gemeinsame Bekannte: "Kennt ihr euch?" "Ja" sagte ich, "nein" sagte er. Und da stellte sich heraus, dass besagter Bekannter vor einem halben Jahr einen Schlaganfall erlitten und dabei sein Gedächtnis verloren hatte. Er kannte mich wirklich nicht (mehr) - und aus berechtigtem Misstrauen knüpfte er keinerlei Kontakte mit Menschen, die behaupteten, ihn zu kennen.
Wie falsch wir manchmal liegen mit unseren hineingedeuteten Motiven!

Dieser Artikel (mit Abbildungen) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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