Notizen 047

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Wie lange lassen wir uns noch bespitzeln?

Immer mehr Abhörskandale erschüttern das Vertrauen der Bürger in die Politik und in unseren Großen Bruder USA. Wo führt das noch hin? Und was sollen wir tun?

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Mein Wort zum Sonntag: Kompliment oder Beleidigung?

Ob wir wollen oder nicht: Die Sexismus-Debatte geht weiter. Und sie entzündet sich vor allem an verbalen Äußerungen. Doch wann ist eine Bemerkung Menschen-erfreuend, wann Menschen-verachtend? Um das herauszufinden hilft nur eines: Rollenspiele und Geschlechtertausch.

Stellen Sie sich (als Mann) folgende Situation vor: Durch eine Zeitmaschine werden Sie plötzlich ins galante Zeitalter zurückversetzt. Sie leben sich gut ein und lernen auf einem Ball ein charmantes Ehepaar kennen. Als Gentleman der alten Schule, der Sie ja nun sein sollen, machen Sie der Dame ein Kompliment über - irgendetwas, Sie haben's vergessen. Anstatt dass daraus eine angenehme Unterhaltung wurde, haben Sie Ihr Todesurteil ausgesprochen. Denn der Kavalier der Dame fasst Ihre Bemerkung als tödliche Beleidigung auf und fordert Sie zum Duell heraus. Womit Sie Ihr Leben verwirkt haben, denn mit den Waffen der damaligen Zeit können Sie natürlich nicht so gut umgehen wie Ihr Gegner.

Ein konstruierter Fall? Möglich, aber Ähnliches gibt es ja auch in der Gegenwart. Stellen Sie sich vor (und beantworten Sie die folgenden Fragen möglichst alle für sich selbst), stellen Sie sich also (als Frau) vor, Sie gehen zur Garderobe und ein unbekannter Mann, freundlich lächelnd, hilft Ihnen unaufgefordert in die Ärmel. Kompliment oder Beleidigung? Extreme Reaktionen: "Was für ein netter und wohlerzogener Mann" gegen "Lassen Sie das, ich bin kein hilfloses Wesen, und rühren Sie mich gefälligst nicht an!" Beides geschehen.

Nun die umgekehrte Situation: Sie (jetzt wieder als Mann) haben in der engen Straßenbahn Probleme, den Arm in den Ärmel des Anorak zu kriegen. Eine unbekannte Frau, freundlich lächelnd, hilft Ihnen dabei unaufgefordert. Sind Sie erfreut oder irritiert? Oder wie geht es Ihnen dabei: Fröhlich, gut gelaunt, gesund und munter betreten Sie die Straßenbahn. Da bietet Ihnen ein junges Mädchen seinen Platz an. Was denken Sie? "Wie nett, die Jugend von heute ist doch noch wohlerzogen." oder: "Oh Gott, ich werde alt!"

Hier noch ein Beispiel aus einem SPIEGEL-Gespräch (Ausgabe 6/2013) zwischen zwei Politikern, Wolfgang Kubicki (FDP) und Laura Dornheim (Die Piraten). Kubicki hatte mal über eine Wirtschaftsjournalistin, die den ganzen Tross (unverschuldet) aufhielt, gesagt: "Wo ist denn die Zaubermaus?" Freundliche Bemerkung oder sexistisch-verachtungsvolle Herabwürdigung? Die Piratenfrau meinte dazu: "(Zaubermaus) ist verniedlichend, abwertend und enthält eine sexuelle Anspielung." Sind Sie auch dieser Meinung? Wie begründen Sie diese?

Noch schwieriger wird die Sache in anderen Kulturen. Es gibt bei manchen Volks- und Religionsgemeinschaften eine Kultur des Beleidigtseins, die auch gut gepflegt wird. Selbst in Europa gehören einige Länder dazu, erstaunlicherweise (oder auch nicht) diejenigen mit den meisten finanziellen und gesellschaftlichen Problemen.

Eine Bekannte vor mir hielt sich oft und gern in Stammesgesellschaften auf. Das Leben dort ist wunderbar, denn die Menschen sind gastfreundlich und herzlich. Das Leben dort ist schrecklich, denn die Menschen sind bei jeder Gelegenheit beleidigt. Beispiel Sitzen. Wenn sie so saß wie die anderen (Beine überkreuzt), war das eine Beleidigung, denn als Nicht-Stammesangehörige stand ihr eine solche Haltung nicht zu. Wenn sie dagegen die Beine auf europäische Art ausstreckte, waren die Gastgeber erst recht beleidigt, denn diese Haltung drückt Verachtung gegenüber den Gepflogenheiten der Stammeskultur aus.

Kurzum: In unserer schnelllebigen und globalisierten Welt ist es nicht ganz einfach, immer das Richtige zu sagen oder zu tun, ohne Anstoß zu erregen. Die Konsequenz, schweigen und nichts tun, ist nicht immer ratsam. Und was soll man/frau machen, wenn die Bemerkung eines Gegenübers für einen selbst eine Beleidigung darstellt, was der andere aber anders sieht ?

Dieser Artikel (mit Abbildungen) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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