Notizen 046

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Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Der Kultur-Code

Kann man Waren und ganze Kulturen mit einem einzigen Wort charakterisieren? Man kann, behauptet der Kulturforscher und Werbefachmann Clotaire Rapaille. Und er kommt zu überraschenden Erkenntnissen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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Mein Wort zum Sonntag: Was ist Sexismus?

Auch in Woche zwei nach der Veröffentlichung eines entsprechenden Magazin-Artikels ist die Debatte noch in vollem Gange: Was ist Sexismus und wieviel davon müssen wir ertragen? Eine notwendige Diskussion. Die viel wichtigere Frage aber lautet doch: Wie geht frau damit um?

Was war geschehen? Ein älterer, offenbar nicht sonderlich sensibler Politiker sagt zu einer jungen Journalistin, spätabends an der Bar den Satz: "Sie könnten ein Dirndl auch ausfüllen". Die Frau emfand dies als anstößig. Sie reagierte. Mit der Veröffentlichung des Vorfalls. Ein ganzes Jahr später!

 

Von langen Leitungen hört man ja öfter, aber dass einem eine Beleidigung erst nach einem Jahr aufgeht, ist schon etwas seltsam. Wozu noch kommt, dass besagte Journalistin früher wohl einen medialen Feldzug gegen ein Model geführt hat. Wie auch immer, der erste große Fehler der Dame lag darin, nicht sofort reagiert zu haben. Jeder weiß: Wenn ich jemandem nicht sofort sage: Das gefällt mir nicht, wird er der Meinung sein, alles sei in Ordnung. Zu Recht.

Zweitens: Ein Gespräch über das Münchener Oktoberfest rechtfertigt es sich nicht, den Busen der eigenen Gesprächspartnerin auf "Dirndl"-Tauglichkeit zu inspizieren - beziehungsweise diese zu kommentieren. Andererseits: Wenn das Gegenüber gewohnt ist, viel zu reden (was ein Politiker tun muss), dann kann es sein, dass er dazu auch eine Bemerkung macht. Ob die Frau dies als Kompliment auffasst, als Flirt, als plumpe Anmache, geistlose Bemerkung oder gar als Herabwürdigung, das hängt von der Bemerkung, von der Umgebung, den gesellschaftlichen Normen und von ihrer Stimmungslage ab. Aber wenn's der Dame nicht gefällt, muss sie das auch sagen, charmant, aber sofort, schlagfertig, möglichst, ohne ihn zu verletzen.

Wenn er sich beispielsweise, wie offenbar geschehen, über die Geeignetheit bestimmter Kleidungsstücke für die Figur seiner Gesprächspartnerin äußert, kann sie ja das zweifelhafte Kompliment zurückgeben mit einer Bemerkung, wie sehr seine Unterhose ausgefüllt ist oder nicht. Oder wenn das männliche Gegenüber ein 'Kompliment' über das Hinterteil einer Dame macht, kann sie es ja sagen: Dein Hintern ist auch nicht ohne. Hoffentlich weiß deine Frau das. Oder etwas charmanter, je nach Gemütslage. Schweigen dagegen bestätigt, und die übelsten Dinge geschehen dadurch, dass die Mitwisser schweigen.

Aber wenn die Frau vom Vorgesetzten abhängig ist oder Repressalien befürchtet? Heutzutage, besonders nach der Sensibilisierung der Öffentlichkeit, dürfte das kein Problem mehr sein. Sie kann zum Personalchef gehen oder an die Öffentlichkeit. Wichtig ist allein, nichts hinunter zu schlucken, sondern dem Gegenüber klar zu machen: So nicht. Jedenfalls nicht mit mir. Die Opferrolle bringt nichts. Wer dumm schwätzt, braucht einen Spiegel.

Doch wo endet ein ehrliches Kompliment, wo beginnt die herabwürdigende Anmache? Im Tango erlebten wir einmal einen kuriosen Fall. Eine Dame beklagte sich über sexuelle Belästigung durch e-mails. Wir lasen die Botschaften und staunten. Der Herr sagte nur, er fände die Dame toll, er wollte mehr mit ihr tanzen und lobte ihre Schönheit. Und die Dame war empört. Das erinnert mich an den Ausspruch einer Beraterin für interkulturelle Verhandlungen (leider habe ich ihren Namen vergessen). Sie sagte:

Machen Sie einer Französin immer ein Kompliment, einer Deutschen niemals.

Und ein Tango-Lehrer aus Uruguay mit deutschen Vorfahren wunderte sich in Deutschland über die Unfähigkeit der Damen, Komplimente annehmen zu können. Für sie war jedes Kompliment "Anmache", für ihn dagegen der Versuch, dem weiblichen Gegenüber eine Freude zu bereiten. So fragt auch Regisseur Dieter Wedel: „Was würden denn die Frauen machen, wenn wir ihnen überhaupt keine Komplimente mehr machten?“ Die Kommunikation würde veröden, wir würden uns anschweigen, aus Angst, etwas politisch Unkorrektes zu sagen.

Das Austeilen von verbalen Ohrfeigen bei echtem Sexismus kann frau übrigens in reinen Männerrunden üben (siehe meinen Beitrag: "Mein Wort zum Sonntag: Hat Loriot recht?")

 

 Dieser Artikel (mit Abbildungen) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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