Notizen 043

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 Das Schwarze Loch lebt! 

Liebe Freunde seltsamer Ideen!
Auch wenn ich wieder in meinem Schwarzen Loch verschwunden bin, ich war dort nicht untätig. Jede Woche schrieb ich mein "Wort zum Sonntag" für das soziale Netzwerk Seniorbook. Aber da nicht jedermann dort Mitglied ist oder sein wird, werde ich jetzt mehr oder minder regelmäßig zwei Artikel verschicken:

(1) Das neueste "Wort zum Sonntag", aber nur den "Teaser" mit Verweis auf den vollständigen Artikel auf Seniorbook.

(2) Ein "Wort zum Sonntag" von vor längerer Zeit (vollständig), das aber immer noch aktuell ist.

Heute also: 

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Mein Wort zum Sonntag: Mehr Aphorismen, selbstgestrickt

Mehr "Literatur light", für diejenigen, die zwischen Frühstück und Mittagessen ein paar geistige Schokopralinen genießen wollen.
 

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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 Mein Wort zum Sonntag: Ein Lob der bösen Unkultur

 Es gibt Kulturen (außer unser eigenen), die wir bewundern, und andere (ausländische), die wir eher unspannend finden oder gar verachten. Kein besonders netter Zug. Deswegen heute ein Plädoyer für eine verachtete Kultur und ihre 'Errungenschaften'.

Nachdem uns die Amerikaner von der Terrorherrschaft der Nazis befreit hatten, schwappte ihre Kultur auch nach Deutschland über und wurde dort, ebenso wie in Österreich, mit Verachtung bestraft. Drei zweifelhafte Errungenschaften waren es, die den deutschsprachigen Nationen (und nicht nur denen) sauer aufstießen: Negermusik (damals nannte man das wirklich noch so; Pfui!), Tschinnbummhefte, Müllfraß (Wienerisch: Gschladder). Etwas zeitgemäßer ausgedrückt: Mit den Amerikanern kamen auch der Jazz, Comics und Schnellimbiss-Buden nach Deutschland. Der Jazz hat sich inzwischen als eigenständige und vielbeachtete Kunstform etabliert. Von den anderen beiden Kulturimporten kann man das nicht unbedingt sagen. Fangen wir mit den Comics an.

Abgesehen von den in Deutschland produzierten Heftchen ("Tarzan", "Sigurd") gab es am Anfang eigentlich nur eines: Micky Maus. Ich kann mich noch erinnern, wie ich die ersten Micky-Maus-Hefte vor meinem Vater verstecken musste, denn das war Schund, jugendverderblich und verblödend. Das wusste er, weil es alle wussten, nicht, weil er die Geschichten selber las. Als er dann, aus purer Sorge um den Nachwuchs (also auch mich), eine der von Carl Barks sorgfältig in Szene gesetzten Erzählungen vollständig konsumierte (für Kenner: Es war die Geschichte von Dagoberts Wundermehl, von dem man nur minimale Quantitäten verwenden darf), da war es plötzlich vorbei mit der Beschimpfung amerikanischer Unkultur. Ich durfte nunmehr meine Hefte kaufen und lesen und aufbewahren. Was war geschehen? Mein Vater hatte erkannt, dass die Erzählung - wie so viele andere von Carl Barks - eine exzellente Satire auf den "American way of life" und die Auswüchse kapitalistischer Verhaltensweisen war, zudem kongenial übersetzt von der promovierten Kunsthistorikern Dr. Erika Fuchs. Über sie schreibt Wikipedia:

Ihre Übersetzungen enthielten zahllose versteckte Zitate und literarische Anspielungen. So war sie, als hervorragende Literaturkennerin, der festen Überzeugung, man könne als Übersetzerin von Comics nicht gebildet genug sein. Die Nähe zur deutschen Klassik scheint etwa auf, wenn Tick, Trick und Track sich angelehnt an Schillers Version des Rütlischwurs versprechen: "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr."

In Belgien und Frankreich hatte man gegen Bildergeschichten weniger Vorurteile. "Asterix" erschien sogar auf lateinisch und wird in Schulen verwendet. In Deutschland dagegen seufzte man: Was hätte Goethe dazu gesagt? Halten Sie sich fest: Wir wissen nicht nur, was der Dichterfürst dazu gesagt hätte, wir wissen sogar, was er tatsächlich von Comics hielt, nämlich viel. Goethe war ein Bewunderer von Rodolphe Töpffer (1799 - 1846), einem der ersten, der Bildergeschichten mit Dialogtexten (unter dem Bild) schrieb, also ein Vorläufer von Wilhelm Busch. Goethe schrieb über ihn:

Es ist wirklich zu toll! Es funkelt alles von Talent und Geist! Einige Blätter sind ganz unübertrefflich! Wenn er künftig einen weniger frivolen Gegenstand wählte und sich noch ein bißchen mehr zusammennähme, so würde er Dinge machen, die über alle Begriffe wären.

Nr. 2 der amerikanischen Unkultur: Fastfood. Alle verachten McDonalds und sein Essen, aber ist diese Institution wirklich so schlimm? Ein 'Verzehr' in einer Filiale hat einige Vorteile:

- Die Qualität des Essens ist in aller Welt die gleiche. Ich weiß genau, was ich für mein Geld bekomme. Pferdefleisch hat man bei Nestlé und bei Ikea gefunden, nicht aber bei McDonalds!

- Die Bedienung ist immer gleich freundlich. Das weiß jeder zu schätzen, der schon mal in einem typischen Münchner Lokal von einer grantigen Kellnerin bedient wurde!

- Wenn andere schon geschlossen haben und wir nach dem Tanzen hungrig noch was verdrücken wollen (ohne lange Wartezeiten): McDonalds hat offen.

Aber das Essen! Zu fett, zu wenig Ballaststoffe, zu ungesund. Also, was ich bestelle, liegt an mir. Ich muss mich ja nicht mit Pommes vollstopfen. Die knackigen Salate sind dort wirklich gut, und wie schnell ich das Essen hinunterdrücke, liegt an mir. Wie so vieles übrigens. Auch meine innere Einstellung.

 Dieser Artikel (mit Abbildungen) erschien hier.

 -Peter Ripota-
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Wenn Sie meine früheren Notizen kennen lernen oder nochmals lesen wollen, Sie finden diese im Archiv

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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