Notizen 030

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Englisches Essen 

 Kennen Sie den?:
Wann wissen Sie, dass Sie im Himmel sind? Wenn Sie einen englischen Butler haben, einen französischen Liebhaber, einen italienischen Koch und einen deutschen Sekretär. Und wann wissen Sie, dass Sie in der Hölle sind? Wenn Sie einen englischen Koch haben, einen französischen Butler, einen italienischen Sekretär und einen deutschen Liebhaber.

Das sind natürlich alles üble und politisch völlig unkorrekte Vorurteile. Dennoch sind sich wohl die meisten darin einig, dass die Engländer nicht kochen können und deren Kost eine Beleidigung des kontinentaleuropäischen Gaumens darstellt.
Mit solcherart Gedanken belastet machten wir vor einiger Zeit eine Reise ins Land des ewigen (aber nie lang andauernden) Regens. Mit bangem Herzen und verkrampftem Magen machte ich mich an das erste englische Mahl, in einem typischen englischen Pub, zu einem typisch englischen Preis. Und siehe da: Nicht nur, dass die Sache gar nicht so schlimm war - ich wurde zum begeisterten Verehrer englischer Küche.
Zugegeben, die Kartoffeln schmecken erst mal nach nichts, die Karotten ähnlich, von den Erbsen ganz zu schweigen. Aber das liegt nur an unseren, von salz- und gewürzübersättigter Kost abgestumpften Geschmacksnerven. Nach einiger Zeit haben die sich an das Natürliche gewöhnt, und dann schmecken die Erbsen leicht süß und knackig, die Karotten mild und blumig, die Kartoffeln würzig nach Kalium. Oder jedenfalls, wie ich mir den Geschmack von Kalium vorstelle. Wem das nicht reicht, der kann das Gemüse ja in eine der mitgelieferten Soßen tunken.
Wissen Sie eigentlich, was in den üblichen, industriell gefertigten Lebensmitteln, alles an Zusatzstoffen vorhanden sein darf? Hier eine kleine Auswahl:
Acesulfam, Acetylierte oxidierte Stärke, Acetylierte Stärke, Acetyliertes Distärkeadipat, Acetyliertes Distärkephosphat, Adipinsäure, Agar-Agar, Alaun, Alginsäure, Allurarot, Alpha-Tocopherol, Aluminium, Aluminiumammoniumsulfat, Aluminiumkaliumsulfat, Aluminiumnatriumsulfat, Aluminiumsilicat, Aluminiumsulfat, Amaranth, Ameisensäure, Amidiertes Pektin, Ammoniak, Ammoniakcouleur, Ammoniumalginat, Ammoniumcarbonate, Ammoniumchlorid (Salmiak), Ammoniumcitrate, Ammoniumglutamat, Ammoniumhydrogencarbonat, Ammoniumhydroxid, Ammoniumphosphatide,
Ammoniumsalze von Phosphatidsäuren, Ammoniumsulfate, Ammoniumsulfitcouleur, Amylasen, Annatto, Anthocyane, Apfelsäure, Argon, Ascorbinsäure, Ascorbylpalmitat, Ascorbylstearat, Aspartam, Ätzkali, Ätzkalk, Ätznatron, Azorubin.
Und das war nur der Buchstabe A!
Woran liegt's? Es geht nicht um irgendeinen Ekelfaktor, wie z.B. gegrillte Röhrenwürmer an Zitronengrassoße oder überbackene Heuschrecken a la Harun al Raschid. Solches Ekelessen bieten wir auch im Abendland an, nur wird es hier als Luxus verkauft. Oder mögen Sie etwa sauren Wein mit Sodawasser? Weißes, geschmackloses Fleisch, das sich in Ihrem Mund noch bewegt? Brombeermarmelade, die nach Fisch schmeckt? (*) Traditionellerweise verachten Nationen alle anderen. Und in jedem Land gibt es Mythen. Einer der Hauptmythen bezüglich Nahrung in den deutschsprachigen Ländern ist der vom guten Brot, das nur in der Heimat erhältlich ist. Die erste Klage aller Deutschen, Österreicher und deutschsprachigen Schweizer im Ausland: Hier gibt es kein ordentliches Brot. Was überhaupt nicht stimmt, aber die Funktion des Brots in einem mediterranen Land ist eine völlig andere als in Deutschland. In den Ländern nördlich der Alpen gab es im Winter nichts außer Sauerkraut und Knödeln - und eben nahrhaftes, geschmackvolles Brot. Von dem konnte man leben, wie ja schon der Ausdruck "Er lebte nur von Brot und Wasser" andeutet. In südlichen Ländern dient Brot als Unterlage für all die Köstlichkeiten, die dort in Hülle und Fülle vorhanden sind: Antipasti, Aufstriche, Gemüse jeglicher Coleur. Ein kräftiges, geschmacksintensives Brot würde hier nur stören, wie es sich ja auch eher unangenehm bemerkbar macht, wenn man es mit Marmelade bestreicht. Da bevorzugen sogar die Schwarzbrotesser weiße, uninteressante Semmeln ("Brötchen") oder gar Toastbrot.
Der andere Mythos liegt darin, dass der Koch am besten weiß, was dem Verzehrer seiner Produkte schmeckt. Und deswegen würzt er/sie nach Bedarf und Belieben. Weil aber manchem Nutzer dieser Kochkunst das Produkt doch nicht schmeckt, gibt es auf jedem Tisch noch ein paar Geschmackskiller: Pfeffer und Salz (als ob nicht schon genug davon in jedem Essen wäre!), Tomatensoße, Majonäse, usw. Da lob ich mir die Engländer, die sowas auch zur Verfügung stellen, das Grundprodukt aber naturbelassen servieren. Guten Appetit!
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(*) Champagner; Austern; Kaviar.
 

 

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 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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