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Die bösen Banker, Teil 3

 

Sie lassen uns nicht zur Ruhe kommen. Sie zocken weiter, kassieren Unsummen dafür, dass sie unsere Wirtschaft, unser Finanzsystem, letztendlich unsere Demokratie kaputt machen. Wenn es ihnen schlecht geht, kriegen sie vom Staat (also von uns) Geld hinterher geschmissen, das sie dann keineswegs, wie gutmütige Politiker meinen, der Allgemeinheit, also der Wirtschaft, zur Verfügung stellen. Nein, das Geld wird erst gehortet, dann verzockt, schließlich springt der Staat wieder ein, also wir, die Millionenbonusse ziehen sie letztendlich aus unseren Taschen. Die bösen (Investment-)Banker.
Und jetzt zeigt sich, dass sie nicht nur gelegentlich schlimmer als Psychopathen sind (siehe "Die bösen Banker, Teil 2"), sondern auch keinerlei Schuldbewusstsein oder gar Reue zeigen. Der Journalist Andrew Ross Sorkin hat wiederholt Banker befragt und stets die gleiche Antwort erhalten: Wir sind nicht schuld an dem Schlamassel. Bestes Beispiel dafür: Hilmar Kopper, Ex-Vorstand der Deutschen Bank. In einem SPIEGEL-Interview (Heft 52/2011) stellt er fest (auf die Frage, wer denn an der hemmungslosen Spekuliererei schuld sei): "Wie kurz muss man denken, um für diese Entwicklung Banker verantwortlich zu machen." Wieder mal sind die anderen schuld, wer auch immer. Denn die Aufgabe der Menschheit lautet: "Es geht immer und überall nur darum, aus Geld mehr Geld zu machen." Schließlich gilt der Grundsatz: "Jeder kann in einer freien Gesellschaft machen, was er will." Und wenn die Welt dabei in Trümmer geht.
Kopper fasst die Auffassung der Banker wunderbar zusammen. Der Leitspruch lautet schlicht: "Moral ist überall hinderlich, wo es um Erfolg geht." Und den Bankern scheint es wohl einzig um Erfolg zu gehen. Diese Amoral der Banker unterscheidet sie von Politikern. 2009 beispielsweise wurden die persönlichen Bereicherungen der britischen Politiker publik. Der konservative Abgeordnete Douglas Hogg beispielsweise (ein Name, den man sich nicht merken muss), schrieb auf den Spesenzettel 2.200 Pfund für die Reinigung des Fußabstreifers, und sogar 2,99 Pfund für einen neuen Müllsack.
Aber dann wurde die Sache bekannt, die Politiker traten zurück, manche von ihnen beendeten ihre politische Karriere für immer. Zeigten sie also Einsicht, Schuldbewusstsein, Reste moralischer Verantwortung, im Gegensatz zu den Bankern? Mitnichten. Es gab zwischen den Politikern und den Bankern nur einen Unterschied: Die Politiker sind zumindest teilweise vom Bild in der Öffentlichkeit, also von der Meinung ihrer Wähler, abhängig. Die Banker sind es nicht. Das System der Belohnung und Bestrafung funktioniert ein ganz klein wenig bei Politikern, bei Bankern nicht. Denn sie bleiben anonym und nur ihren Vorgesetzten gegenüber verantwortlich. Und die fördern jede Abzockerei. Je mehr Kunden für dumm verkauft werden, je mehr diese wertlose oder gar gefährliche Papiere kaufen, umso mehr steigen Ruhm und Bonuszahlungen des Bankangestellten. Und die Bosse machen's ihnen vor.
Aber: Moral ist nicht angeboren; sie wird vielmehr durch ein ausgeklügeltes System von Belohnungen und Bestrafungen ab der frühesten Kindheit gestaltet. Mithin sind die meisten Menschen von Natur aus weder gut noch böse, sondern einfach abhängig von der Meinung ihrer Umwelt. Also wäre es ein Leichtes, die Banker zu guten Menschen zu machen, nämlich:
Hebt die Anonymität der Zocker auf. Präsentiert sie der Öffentlichkeit, verkündet, was sie den Kunden, der Wirtschaft, dem Staat angetan haben. Konfrontiert sie öffentlich (z.B. in TV-Talkshows) mit ihren Opfern. Dass dies funktioniert, zeigt sich am einzigen bekannten Banker. (Ex-)Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wurde zum Symbol der amoralischen Finanzschonglöre. Er geriet - mit Namen, Foto und Biographie - ins Licht der Öffentlichkeit. Und siehe da: Es traf ihn, er ruderte in manchem zurück, was sonst als ganz selbstverständliche Schädigung von Staat und Umwelt durchgegangen wäre.
Medien und Politiker könnten da einiges tun. Statt Haberfeldtreiben auf Politiker zu veranstalten, die ihren Job gut machen, könnten sie die Machenschaften der Banker (nicht: der Banken!), mit Namen, Fotos, Biographien und Adressen bekannt machen. Das würde die Moral der Banker in kürzester Zeit erheblich steigern.
Mehr dazu hier.
 

-Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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