Notizen 026

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Wer ermordete Cäsar? 

Haben wir nichts Besseres zu tun als uns mit einer Frage zu beschäftigen, die heute niemand interessiert und außerdem, historisch verbürgt, einwandfrei beantwortet ist? Schon wahr, aber haben Sie nicht auch genug von den vielen Krisen? Griechenlandkrise, Italienkrise, Finanzkrise, Eurokrise, Europakrise, Geheimdienstkrise, Ökokrise - flüchten wir für eine Weile in die Vergangenheit, dort kann uns niemand was tun.
Indes, jeder weiß doch: Cäsar fiel einem Attentat einer Verschwörergruppe rund um Brutus zum Opfer. Die Verschwörer wollten Rom von einem Tyrannen befreien (was gelang) und republikanische Verhältnisse wiederherstellen (was misslang). Doch hinter dem Attentat auf den Diktator auf Lebenszeit steckt viel mehr, meint zumindest der römische Gerichtsmediziner und Amatördetektiv Luciano Garofano.
Im Jahre 44 v. Chr. wurde Cäsar von 23 Messerstichen durchbohrt. Die Attentäter sind bekannt und bekannten sich auch zu ihrer Tat. Doch einiges daran bleibt seltsam, wie z.B.: Es gab mindestens drei Warnungen vor dem Attentat: Sein Wahrsager Spurina warnte ihn vor den Iden des März; seine Gattin Calpurnia hatte vor dem Attentat einen bösen Traum; auf dem Weg zum Forum steckte ihm jemand einen Zettel zu, auf dem eine Warnung stand. Diesen Zettel fand man in seiner Hand, als seine Leiche untersucht wurde. Er hat ihn also behalten (im Gegensatz zu anderen Dingen, die ihm auf der Fahrt zugesteckt wurden), und vermutlich auch gelesen. Seine Reaktion darauf? Er entließ ausgerechnet an diesem Tag seine Leibwache! (Ähnlichkeiten mit dem 11. September 2001, wo die Luftabwehr ausgerechnet an diesem Tag nicht funktionierte, sind rein zufällig.)
Der Gerichtsmediziner Luciano Garofano hat den Mord, seine Vorgeschichte, die Autopsie und die Folgen recherchiert und den Fall neu aufgerollt. Sein verblüffendes Ergebnis: Zwar haben den Mord die bekannten Senatoren geplant und durchgeführt, doch einer hat im Hintergrund von allem gewusst, das Attentat indirekt unterstützt und wohlwollend gefördert. Sein Name: Julius Cäsar! Der Mord war also ein inszenierter Selbstmord, nach dem Schema "I hired a contract killer". Aber wozu?
Garofano meint: Cäsar war schwerkrank (er litt an Schläfenlappen-Epilepsie), und er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Er suchte nur nach einem ihm angemessenem Ausscheiden aus dem aktiven Leben, ein Ausscheiden, das ihm auch die Diktatur auf Lebenszeit - nicht für ihn, aber für seine Familie - sichern würde. So kam ihm das Attentat gerade recht, denn damit erreichte er einen ehrenwerten Abgang und eine Verfestigung der Diktator auf Lebenszeit - auf die Lebenszeit des römischen Reiches. Er verband also auf geniale Weise das Unangenehme mit dem Nützlichen.
Laut Plutarch erzählte Cäsar einmal, er wolle nicht mehr leben. Und als ihm die Senatoren eine besondere Ehrenbezeugung überreichten, stand er nicht auf, was er unbedingt hätte tun müssen. Später erklärte er, er hätte gerade Durchfall gehabt. Entweder war es eine bewusste Provokation, oder der Diktator auf Lebenszeit hatte ausnahmsweise die Wahrheit gesagt - und möglicherweise einen epileptischen Anfall erlitten.
Klingt idiotisch, nicht wahr? Genauso idiotisch wie die Feststellung, dass Kennedy von einer einzigen Kugel getroffen wurde, die einen aberwitzigen Weg durch den Kopf fand und heute als "Wunderkugel" bezeichnet wird. Aber wir wollen keinen Verschwörungstheorien Vorschub leisten. Bei der heutigen Weltlage ist das gar nicht nötig. Statt einer Verschwörung intelligenter Hintergrundschieber herrschen Dummheit, Inkompetenz, Feigheit und Raffgier. Das reicht zur Erklärung der schlimmsten Auswüchse unseres gegenwärtigen Systems.

 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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