Notizen 023

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Relativitätstheorie verständlich
Teil 4: Relativität der Kulturen 

 

In etwas abgelegenen Regionen von Malaysia gibt es eine Krankheit, die spontan ausbricht, nur Männer befällt und sich seuchenartig verbreitet. Sie heißt Koro und beginnt damit, dass ein Mann bemerkt, wie sein Schniedel schrumpft, immer mehr, bis die Gefahr besteht, dass er völlig verschwindet. Da bekannt ist, dass dahinter ein böser Geist steckt, der auch andere Männer erfassen wird, läuft der solcherart Befallene schreiend auf die Straße, seine edelstes Stück festhaltend, damit es sich nicht völlig verkriecht, und warnt die anderen Männer. Die machen es ihm nach, holen einen Priester, der den bösen Geist bannen soll, und wenn alles gut geht, zieht sich der böse Geist zurück und die Männer behalten ihre Manneskraft.
Klingt idiotisch, nicht wahr? Ist doch alles eingebildet. In der Tat. Aber wie schon Einstein feststellte: Jeder Beobachter ist gleichberechtigt. Das gilt auch für Kulturen. Stellen wir uns einen Dialog mit einem Malayen vor. Es soll dabei um eine Krankheit gehen, die im Westen weit verbreitet ist, vor allem junge Menschen befällt und in zehn Prozent zu deren Tod führt. Eine Therapie gegen diese Krankheit ist unbekannt. Ihr Name: Anorexia nervosa, auf deutsch: Magersucht. Jetzt wollen wir diese Krankheit einem Malayen erklären:
Also, bei uns gibt es eine Krankheit, da essen junge Leute nichts mehr.
Haben die Eltern kein Geld, um ihre Kinder zu ernähren?
Nein, daran liegt es nicht, meist stammen die jungen Menschen aus wohlhabenden Familien.
Vertragen diese jungen Menschen keine Nahrung mehr?
Doch doch, die vertragen alles.
Müssen sie aus religiösen Gründen fasten?
Aber nein, die Religion spielt keine Rolle.
Ja, warum tun sie es dann?
Das weiß niemand.
Nach dieser Antwort kommt der Malaye ins Grübeln und zieht den logischen Schluss: Klingt idiotisch, nicht wahr? Ist doch alles eingebildet. In der Tat.

Und die Moral von der Geschicht? Es ist eben alles relativ, auch in der Medizin. Tatsächlich kennt auch das Abendland mehrere Krankheiten (teils tödlicher Natur), die inzwischen vollständig verschwunden sind, z.B.
- die unheilbare, unheilvolle Wanderlust (das Wort wurde sogar in die englische Sprache übernommen);
- die Hysterie (befällt vornehmlich Frauen und kann nur durch Entfernung der Gebärmutter geheilt werden);
- die (ebenfalls bei Frauen verbreitete) Nymphomanie (also das Interesse von manchen Frauen an Sex unter Vernachlässigung natürlicher weiblicher Interessen wie Küche, Kirche, Kinder);
- die Selbstbefriedigung (Masturbation), die besonders männliche Jugendliche und Erwachsene befällt und bekanntlich zu Siechtum, Gehirnschwund und frühen Tod führt (jedenfalls haben wir das noch in der Schule gelernt, und zwar im Religionsunterricht unter Berufung auf einschlägige wissenschaftliche Publikationen);
und viele andere mehr.
Und wie ist es jetzt? Vor etwa zehn Jahren wurde die Selbstbefriedigung aus dem Katalog seelischer Erkrankungen genommen, vor fünf Jahren wurde die multiple Persönlichkeit als Pseudokrankheit entlarvt, und in zehn Jahren wird man nur noch den Kopf schütteln, weil wir die Symptome X für eine Krankheit hielten! Was dieses "X" sein wird, das müssen Sie selbst herausfinden!

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 -Peter Ripota-

 

In eigener Sache

Mein Buch über Einsteins einmalige Einsichten - zugegeben ein wenig kritisch - ist nun allgemein zugänglich und unter anderem bei Amazon erhältlich. Es umfasst 144 S. und kostet 11.80. Das Buch beantwortet so weltbewegende Fragen wie:
- War Einstein Autist?
- Hat er seine Frauen schlecht behandelt?
- Wann wurde er offiziell zum Heiligen erklärt?


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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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