Notizen 022

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Die Guten, die Bösen, und die Minderwertigen

 

Wir kennen viele Politiker und Staatsmänner, die es verdient haben, im Pantheon der Schande aufgestellt zu werden. Gerade das 20. Jahrhundert war reich an Massenmördern: Hitler, Stalin, Pol Pot, Pinochet, die Regierung von Ruanda, Milosevic, al-Bashir, usw. Im Pantheon der wahren Wohltäter finden wir kaum jemand: Franklin D. Roosevelt vielleicht, oder König Ashoka von Indien. Doch die meisten Politiker und Staatsmänner liegen irgendwo dazwischen. Einen wollen wir uns heute vornehmen, um zu zeigen, wie schwierig die moralische Beurteilung einer öffentlichen Persönlichkeit ist.
Rafael Leónidas Trujillo (1891 - 1961), langjähriger Herrscher über die Dominikanische Republik, war ein übler Diktator in einer Region, die an üblen Diktatoren gewiss keinen Mangel leidet. 1937 beispielsweise ließ er zwischen 25.000 und 27.000 schwarze Zuckerrohrarbeiter aus Haiti ermorden, obwohl seine Vorfahren selbst von dort stammten. Laut Wikipedia "ließ er es sich nicht nehmen, bei Bedarf auch in die Privatsphäre seiner Untertanen einzugreifen, eheliche Verbindungen zu arrangieren, zu verbieten oder aufzulösen und seine sexuelle Lust an jungen Mädchen zu befriedigen, derer er sich nach Lust und Laune bediente und die er bei Wohlgefallen auch reich beschenkte." Das erinnert irgendwie an ein italienisches Staatsoberhaupt ... weiter im Text.
Im Jahre 1938 tat Trujillo etwas Einzigartiges: Er gewährte den schon damals in Deutschland verfolgten Juden nicht nur Unterschlupf, er lud sie sogar auf seine Insel zur permanenten Ansiedelung ein. Sein Hintergedanke: Die Juden würden als tüchtige, familienbetonte, handwerklich geschickte und disziplinierte Leute dem Land zu Wohlstand verhelfen. Dafür, so sein Versprechen, würde er sie in Ruhe lassen. Und beides traf zu. Die Juden konnten sich, unbehelligt von ihm und seinen Schergen, in ihren Bereichen entfalten. Und sie brachten tatsächlich ein wenig von dem Wohlstand, den sich der Diktator erhofft hatte, obwohl statt der eingeladenen Hunderttausend Einwanderer nur rund tausend kamen; und obwohl die meisten der Flüchtlinge Ärzte, Juristen, Ingenieure und Künstler waren. Doch sie brachten Kenntnisse in Milch- und Fleischverarbeitung mit und legten so die Grundlage für die noch heute für die Karibik einmalige Nahrungsmittelindustrie der "Productos de Sosúa".
So könnten man dem Diktator ein paar Pluspunkte vergeben, wenn nicht ... ja, wenn nicht seine Ideologie die gleiche gewesen wäre wie die der Nazis (und vieler anderer zur damaligen Zeit). Denn die Nazis glaubten: Es gibt höhere Rassen und niedere Rassen. Erstere muss man fördern, letztere eliminieren. Zu den höheren Rassen gehören die hellhäutigen Menschen, zu den niederen Rassen die dunkelhäutigen. Trujillo war dunkelhäutig, und zeitlebens schämte er sich deswegen. Seine dunkle Haut versuchte er mit weißem Puder und Schminke aufzuhellen, um seine haitianische (schwarze) Herkunft zu vertuschen. Er war geradezu davon besessen, alles zu tun, damit die Bevölkerung seines Landes eine hellere Hautfarbe bekam.
Was bot sich da besser an, als sein minderrassiges Volk mit einem höherrassigen zu vermischen? Und dafür boten sich die Juden als überlegene Rasse an! Doch Trujillos Rechnung ging nicht auf. Die Juden blieben unter sich und heirateten nicht in die Urbevölkerung ein. Das Rassenprojekt des Diktators scheiterte.
Für uns bemerkenswert bleibt die Tatsache, dass die gleiche Idee von unterschiedlichen Standpunkten aus zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führt. Hitler dachte ans Ausrotten der minderen Rassen, und das waren die Juden. Trujillo dachte ans Einmischen einer höheren Rasse, und das waren die Juden. Wenigstens hat er damit nur Gutes getan, und das sollte man bei der Auswahl der Nische für seine sterblichen Überreste berücksichtigen.


 -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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