Notizen 009

Wenn der Newsletter nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

Führer befiel, wir warten auf dich

Heute geht es ums Führen, natürlich im Tango. Aber da der Tango oftmals ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit ist, kann man möglicherweise einiges auf das wahre Leben übertragen.
Dass man in Deutschland ein etwas gespaltenes Verhältnis zum Führen und Geführtwerden hat, ist verständlich. So sehen manche Tangotänzer ihre Führungsaufgabe darin, ihre Partnerin wie einen Kartoffelsack durch die Gegend zu schleifen. Jedwege Eigeninitiative ist untersagt. Nicht einmal einen Gancho - ein Schlagen Bein gegen Bein - darf sie machen, auch wenn ihr der Herr sein Bein anbietet. Erst muss geführt werden. So hat es mir ein Münchner Tangolehrer mal erzählt.
Wenn das falsch ist, wie geht es richtig? Rodolfo Dinzel, berühmter Tangotänzer, gewiss kein "Weichei" oder Softie, hat die Sache klargestellt: "Die übliche Auffassung der Männer über Frauen, die sich nicht fügen, ist die, dass sie 'schlecht tanzen'. Denn sollte eine Frau einen Dialog versuchen, wird sie vom Mann daran gehindert, wenn dieser den Tanz mit der Haltung eines Senders von Monologen angeht. Bedauerlicherweise rebellieren nicht alle Frauen gegen die ihnen mit der 'Gehorsamspflicht' auferlegte Passivität."
Also: Der Führer hält keine Monologe - im Tango. Er soll sich einem kreativen Dialog stellen. Was heißt überhaupt 'führen'? Schlicht und einfach: Impulse setzen. Wie die Partnerin darauf reagiert, ist ihre Sache. Führen heißt: Macht ausüben, und das ist nicht verboten, es kann sogar Spaß machen. Führer befiel, wir tun alles: Das war einmal. Doch das Gegenteil von totaler Unterwerfung ist nicht die totale Freiheit, und ein Macho ist nicht einer, der die Frauen verachtet oder sich von ihnen aushalten lässt. Der deutsche Tango-Mann dagegen erwartet oft: Die Frau muss genau das tun, was ich will, und sie darf nur das tun, was ich will. Basta. Vermutlich wäre für solche Männer ein Hund das besser Gegenstück, oder ersatzweise ein Besenstiel. Auch mit Besenstielen kann man gut tanzen, aber irgendwie fehlt dabei der gewisse Funke.
Hört da jemand irgendwelche Bezüge zur aktuellen Politik? Immerhin, der vorige Bundeskanzler Gerhard Schröder war nach aller Geschmack. Er sagte "basta", und das war's. Seine Nachfolgerin Angela Merkel hat einen völlig anderen Führungsstil, und der verunsichert das Volk total. Sie werfen ihr Führungsschwäche vor, was überhaupt nicht stimmt, denn sie erreicht genau das, was sie will. Aber sie regiert ohne "basta", und das ist zumindest für Wessis erschreckend. Leider hat sie sich in letzter Zeit dem Druck der Massen gebeugt und versucht jetzt, sich so zu gebärden, wie das (Wessi-)Volk es für richtig hält. Bisher ist sie damit gescheitert.
Wie also sollte man richtig führen? Vielleicht so, wie es der Taoismus beschreibt: als Nicht-Tun. Das ist schlecht übersetzt, denn es bedeutet keinesfalls: nichts tun. In Wirklichkeit lautet das Grundprinzip des Taoismus: zur richtigen Zeit das Richtige tun, und das ist das Gegenteil von blindem Aktionismus. Oder von Besenstiel-Bastaismus. Aber es erfordert Sensibilität, Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Respekt. Und wer kann das schon von einem Politiker erwarten?
 -Peter Ripota-    

Illustration: John Vassos                 

Meine Webseite

Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

---------------------------------------------------------------------

Wenn Sie den Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten wollen, können Sie Ihre E-Mail- Adresse hier aus dem Verteiler löschen:

http://newsletter.peter-ripota.de/newsletterabo-de-3502.html

Impressum: Angaben gemäß § 5 TMG:
Peter Ripota, Gertrud-Bäumer-Str. 2, 80637 München
Kontakt: Telefon: 089 1596198, E-Mail: tango@peter-ripota.de
Umsatzsteuer-ID: 67 189 153 024
Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Peter Ripota, Gertrud-Bäumer-Str. 2, 80637 München