Notizen 008

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In die dritte Dimension

In den 1950er-Jahren waren sie die große Mode, aber erst jetzt haben sie sich durchgesetzt: Filme in 3-D. Mit James Camerons "Avatar" kam der Durchbruch. Tim Burtons "Alice" folgte als originelles Fantasy-Spektakel, viele weitere Filme laufen in den Kinos. Aber wie funktioniert die Stereographie? Ganz einfach: Man braucht zwei Kameras im Augenabstand, die zur gleichen Zeit das Gleiche fotografieren. Danach müssen diese beiden Bilder oder Filme jeweils den beiden Augen getrennt angeboten werden. Das ist alles. Aber Voraussetzung 1 ist für Filme eine beinahe unlösbare Herausforderung, denn Filmkameras sind erheblich breiter, als unsere Augen voneinander abstehen.
Was Sie sicher nicht wussten: Stereo-Bilder sind so alt wie die Fotografie. Als nämlich der Franzose Louis Daguerre die Fotografie erfand und 1839 zum Patent anmeldete, konstruierte der schottische Physiker David Brewster 1849 eine Kamera mit zwei Objektiven, mit der Stereo-Fotos (damals noch "Daguerrotypien" genannt) gemacht werden konnten. Zu den ersten uns überlieferten Stereo-Daguerrotypien gehörten Aktfotos aus dem Jahr 1855, womit ein Hauptmotiv der Malerei, Skulptur und Fotografie auch von dieser neuen Kunstform abgedeckt wurde.
Stereofotos nach diesem Verfahren, auch Stereoskopien oder Linsenbilder genannt, haben den großen Vorteil der Farbentreue. Ihr Nachteil liegt in der Kleinheit, denn sie müssen über Linsen, Spiegel oder Prismen zur Deckung gebracht werden, was einen Maximalabstand - und damit eine Maximalgröße - bedingt. Zudem sind die Geräte aufwändig, und nicht jedermann kann die Fotos in 3D sehen, denn sie müssen im Allgemeinen ohne eigene Brille betrachtet werden, was voraussetzt, dass beide Augen gleich gut sehen. Filme sind mit diesem Verfahren natürlich ausgeschlossen.
Es war daher ein großer Fortschritt, als sich die Methode der Anaglyphenbilder durchsetzte. Bereits 1853 von Wilhelm Rollmann entwickelt, wurde das Verfahren hauptsächlich in Mathebüchern zur Veranschaulichung dreidimensionaler Objekte verwendet. Bei dieser Methode liegen die beiden Bilder nicht getrennt vor, sondern werden in zwei verschiedenen Farben überlagert. Die Bilder werden dann durch farbige Brillen je einem Auge angeboten und im Gehirn zu einem 3D-Bild verschmolzen. Als Farben verwendete man früher rot-grün, dann rot-blau, heute rot-cyan oder auch gelb-cyan. Erstaunlicherweise können dabei die natürlichen Farben weitgehend erhalten bleiben, sofern sie im Bereich gelb-grün-grau liegen. Mit anderen Worten: Landschaften, Blumen und menschliche Gesichter sind für dieses Verfahren bestens geeignet.
Der Nachteil der Farbverfälschung oder sogar Farbvernichtung wird aufgewogen durch den Vorteil, dass die Bilder - und auch Filme! - beliebig groß sein können. So wurden in den 1950er Jahren auch dreidimensionale Filme entwickelt, etwa der Gruselfilm "Das Kabinett des Professor Bondi", Hitchcocks "Bei Anruf Mord" oder das Musical "Kiss me Kate", die heute leider kaum mehr in dieser Form gezeigt werden. - Eine Erweiterung des Verfahrens besteht darin, dass die beiden Bilder nicht farblich, sondern durch Polarisationsbrillen getrennt werden (IMAX-Filme, heutige 3-D-Filme). Filme und Brillen sind allerdings aufwändig zu produzieren und finden sich kaum in Privathand.
Nach den Erfolgen der 3-D-Filme mittels Polaroidbrille hat auch die Industrie das Käuferpotential entdeckt und gut konstruierte 3-D-Kameras auf den Markt geworfen. Man muss die so geschossenen Fotos und Filme auf dem Fernseher mittels einer "Shutter"-Brille betrachten. Die blendet abwechselnd immer ein Auge aus, im Rhythmus von 60 Hertz. Nicht jeder verträgt das: Mir wird dabei in kürzester Zeit schlecht. Doch der Fortschritt ist auch auf diesem Gebiet nicht aufzuhalten, und irgendwann werden 3-D-Fotos und -Filme zum Alltag gehören.
Wer schon mal einen Vorgeschmack bezüglich privater (also meiner!) Bilder und Filme haben möchte:           Hier sind ca. 500 Bilder in beiden Verfahren sowie drei Filme in rasantem 3D. Viel Spaß!
 

 

  -Peter Ripota-

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Schwarze Löcher wurden von Karl Schwarzschild 1916 theoretisch aus den Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein abgeleitet. 1967 schuf John Archibald Wheeler den begriff "Schwarzes Loch" für diese Gebilde. Schwarze Löcher verschlucken alles für immer, Materie, Energie, Strahlung und Information. 1974 publizierte Stephen Hawking eine Hypothese, wonach Schwarze Löcher auch verdampfen können ("Hawking-Strahlung"), und in seinem Buch "Das Universum in der Nussschale" äußerte er die Annahme, dass Schwarze Löcher bei ihrem Ableben die gesammelte Information wieder ausspucken.

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